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Weltmeisterschaft, Teil 2: Der Schwarze Zauber des Thünnwardt Tünnenson

 

Lena war gestern. Kommen wir also zur wirklichen nationalen Aufgabe: Die Fußballweltmeisterschaft! Da las ich am Sonntag, den 30. Mai 2010 versonnen Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und auf der Titelseite ist da dann dieser satanische Beitrag: „Fußball-Sammelkarten. Wir Pechvögel“. Ich musste sofort an Thünnwardt Tünnenson (Pseudonym) denken, der mir seit zwei Wochen, der mir seit dem Heimgang Ballacks (im Teilnahme-Sinne), jeden Tag große Furcht bereitet, wenn ich eine seiner E-Mails öffne oder er im ICE Hanna Schygulla von neuen Einkäufen beim REWE berichtet. Übertrieben? Ich finde nicht. Denn ich lese atemlos weiter, im Text der FAS steht:

 

„Andere mögen sich auf die WM freuen, ich fürchte mich. Wenn ich mir vorstelle, mit meinen Kindern beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft vorm Fernseher oder der Großleinwand zu sitzen, bricht mir der Schweiß aus. In meinen Albträumen vom 13. Juni höre ich den Stadionsprecher die Aufstellung der deutschen Mannschaft verkünden: Butt, Jansen, Badstuber, Aogo, Boateng, Kroos, Kießling, Müller . . . Und sehe meine Kinder immer hektischer ihr "Offizielles DFB-Sammelalbum 2010" durchblättern. Papa, sagen sie, wir finden die nicht, keinen Einzigen von ihnen, du hast doch gesagt, in dem Heft sind die Nationalspieler alle drin. Papa? Dann wache ich auf. Schuld ist natürlich die Supermarktkette, die seit drei Wochen bei jedem Einkauf ein paar verpackte Sammelkarten dazulegt. Nachdem die Ballacks und Cacaus dann überall in der Wohnung rumflogen, haben wir besagtes Album gekauft. Es hat 25 Steckfächer, von denen 2 sinnloserweise für Jogi Löw und einen Unglücksraben namens 'Paule' vorgesehen sind, angeblich das Maskottchen der Mannschaft. Die schrumpft dafür auf 23 Positionen, darunter Ballack, Rolfes, Adler, Hitzlsperger, Schäfer und Gentner (Gentner?) - keiner von den sechs wird nach Südafrika mitfahren, da können meine Söhne blättern, so viel sie wollen. Bleiben noch 17. Niemand drückt ihnen fester die Daumen als ich: Mögen sie ständig auflaufen, mögen sie ihre Stammplätze sicher haben und ich meine Ruhe! Allerdings muss Löw noch zwei Spieler aus seinem Aufgebot streichen. Heiß gehandelt werden dafür die Kicker Marin, Trochowski oder Beck - sie alle sind im Sammelalbum vertreten! Können nicht lieber Löw und Paule zu Hause bleiben?“ (Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.05.2010, Nr. 21 / Seite 1)

 

 

Und Thünnwardt Tünnenson, der erst vor kurzem im Trainingslager Hessisch-Lichtenau robust auf WM-Glaubenskurs gebracht wurde, hat ein erschreckendes Druckmittel in der Hand: Er geht einkaufen, erhält die im Artikel genannten WM-Sammelbildchen und hat eine gespenstische Quote: Von Dreien, die er aufriss, fielen 3 bisher verletzungsbedingt aus. Eine schreckliche Quote. Er weiß seine Macht auch einzusetzen, denn er teilte kurz vor dem Westermann (Heiko, nicht Christine)-Desaster mit:

 

„Ja, ich habe es wieder getan! Ich konnte nicht nein sagen am Samstagnachmittag, als die freundliche Kassiererin mir gleich 3 (in Worten: DREI) Sammelbildchen hingehalten hat. Ich weiss nicht mehr wieso, aber am Samstagnachmittag habe ich nur ein Tütchen geöffnet und es war, jawohl, Heiko Westermann!

 

 

Und sich seiner bösen Magie bewusst, führt er weiter aus:

 

„Das waren jetzt in Serie Adler, Ballack, Hitzelsperger, Westermann. Rolfes gibt es wohl nicht, weil das schon lange vorher feststand, dasser nicht mitspielt. Ihr müsst jetzt sehr tapfer sein. Heute morgen die beiden anderen Tütchen geöffnet. Schweinsteiger und Cacau. Es sieht nicht gut aus.“

 

 

Natürlich untersagte ich ihm sofort den Einkauf beim REWE, nicht, dass ich irgendetwas gegen die Firma hätte, selbst bizarres Sponsorentum kann ein Heiko Schomberg verzeihen, aber das? Kann man sich in der Zeit der WM nicht ganz normal von verbrannter oder roher Pizza, Schokoriegeln und Bier ernähren? Oder ESSEN GEHEN? Muss man den Vierten Titel aufs Spiel setzen für Belanglosigkeiten wie „Kopfsalat, Rispentomaten, einen Liter Milch, direktgepressten Orangensaft und einen Becher Sahne“? Und pennt Mutti nach den Ausfällen der letzten Zeit (Ballack, Westermann, Koch, Köhler)? Sie muss doch was tun, zum Beispiel das Testspiel am morgigen Donnerstag gegen Bosnien-Herzegowina unter- und absagen. Einfach, damit sich niemand mehr verletzt. Ja, ich wäre für die Nachnominierung von Frings (Mädchen fürs Grobe) und Raab (Doppel-Sechser), aber diese Meinung teilt Jogi Löw ja nicht. Man muss doch Opfer bringen. Wenn dann eben ein kleiner, dicker Junge im Deutschlandtrikot mit seiner Mama vor dir in der Schlange steht und dich fragt, ob du gleich mit ihm tauschst, falls du Doppelte hast, dann kann man diesen kleinen Nachwuchsfan doch nicht enttäuschen? Doch, kann man: Er muss halt Verzicht lernen, wenn es um die Sache geht! Dann lieber den Kleinen einmal mehr zum Weinen bringen als ihm die Schande von 2002 und 2006 zuzumuten! Wie kann ich Frau Dr. Merkel bloß davon überzeugen, dass Schweinsteiger, Lahm und Özil am Donnerstag nicht auflaufen?! Wenn es denn sein muß, opfere ich eine der jungen Tauben vor unserem Balkon. Bei Kurt Andreas Beck hat es ja schon ganz formidabel funktioniert.

 

Schlussendlich hatte ich den Zauber endlich durchschaut: Thünnwardt und REWE (Köln) stecken unter einer Decke! Leugnen ist zwecklos. Falls der Saruman des Deutschen Fußballs plant, ein solches Sammelalbum zu kaufen, vielleicht weil er als Strohmännchen so ein I-Dötzchen vorschickt, da er denkt, man dürfe nach Erwerb der Volljährigkeit nicht selber als Käufer autreten: Ich werde es zu verhindern wissen! Doch da schlägt schon wieder so eine E-Mail im Postkorb ein:

 

Nur mal so als Ansage: Mein Kühlschrank ist leer und ich gehe nachher EINKAUFEN. Im REWE! Ich hab' doch sonst nichts. So, und jetzt könnt ihr mich endgültig vor einen Untersuchungsausschuß oder nach Den Haag bringen. Und keine Sorgen umd Özil und Schweinsteiger, Super-Mesut war nicht dabei bei meinen Kärtchen. Bisher. Doch Voodoo-Tünn geht aber noch mindestens zweimal einkaufen vorm nächsten Spiel. Soll ich mich nachher von zu Hause melden, wenn ich vom REWE zurück bin? In einer Stunde bekommt Thünnwardt neue Sammelbildchen."

 

 

Was kann man einem Freund darauf antworten? Etwas Lustiges wie "Hey Thünnwardt, händigt Dir dieser Typ immer die Sammelbildchen des Teufels aus? Ich kann dafür sorgen, dass es wie ein Unfall aussieht!" Denn ich bin zu allem bereit, was den Vierten Stern angeht, ich aber beantwortete diese Serie mit einem GEGENZAUBER, den ich aus Antigirlandenmenschentum unbedingt vermeiden wollte: Ich habe den Mercedes-Stern (Werbeprodukt, TV-Spielfilm) am Revers meiner Wachsjacke angebracht.

 




Und dieses Werbeprodukt werde ich bis zum Ende (12.07.2010, Berlin, Feier, Brandenburger Tor) nicht mehr ablegen. So sei es! Euer Schomberg