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Heute vor 10 Jahren: Marcelo José Pletsch - Die Erweckungsgeschichte


Manchmal muss man rückwärts schauen, um zu wissen, was man verloren hat.

 

Neben Joseph Beuys und Martin Kippenberger ist der Dritte im Bunde Marcelo José Pletsch. Als Joseph Beuys sich einst in den Finger schnitt, hat er danach sorgfältig das Messer verbunden; das hatte Schneid, das war Alte Meta-Bundesrepublik! Und der Pletscher gehörte - wenngleich eher sportlich betrachtet - in die gleiche Liga. Vor 10 Jahren glaubte man noch an die Möglichkeit einer Alternative, an das Gute, Wahre, Schöne, an das Wort des Metatrainers Albert Camus, an die Bereitschaft "zum tapferen Trotzdem".

 

Tempus fugit: Das alles ist zehn Jahre her. Hier der kaum überarbeitete Text vom 03.12.1999:

 

 

Es war im Dezember 1999, Schneeregen, Zweite Liga, und als ob das nicht alles reichen würde, in einer der asozialsten Städte Kontinentaleuropas: Offenbach.

 

1500 Gladbachfans, die vor dem Spiel von berittenen Polizisten von der Würstchenbude vertrieben wurden, weil ein Flutlicht vom Mast zu fallen drohte. Alles an diesem Tag war schlecht und unerquicklich. Und dann fing auch schon wieder der Schneeregen an. Ein wirkliches ANTIFUSSBALLSPIEL.

 

Doch dann hatte ER seinen großen Auftritt:

 

Er bekommt einen Ball halbhoch zugespielt, Marcelo José Pletsch will diesen mit der Brust locker annehmen, er weiß ja, dass er auf seine beispiellose Technik vertrauen kann, wie Hans Meyer nur sechs Wochen vorher feststellte....

 

Leider lässt er den Ball ein "wenig" weit abtropfen, ca. zehn Meter weit (!), einem veritablen Querpass gleich, doch er ist Kämpfer - und sprintet dem Ball hinterher, um ihn noch vor dem Seitenaus zu erwischen.

 

Grimmige Entschlossenheit im Gesicht des Brasilianers, ein kurzer Antritt, das lange Bein, ein weit aufgerissenes verängstigtes Gesicht, natürlich erreicht er die Pocke den Ball nicht mehr, doch im Seitenaus haut er einen DSF-Kameramann brutal um! Dieser liegt am Boden, die Gladbacher, die nicht gerade DSF-Sympathisanten sind, fangen an zu johlen, er, der Fußballgott steht auf, klatscht den Kameramann ab und schaut nach und orientiert sich wieder an seinem Gegenspieler.

 

Da war es um mich geschehen. Da rief ich zum ersten Mal "Marcelo-Pletsch-Fußballgott". Der Mann mit der Kreisligatechnik und dem Weltklasse-Kämpferherz hatte wieder zugeschlagen.

 

Damals, unter widrigsten Umständen, wurde ein neuer WAHRER Borusse geboren.

 

Der Pletscher.

 

 

So war es. Der Pletscher - ein Alternativangebot, eine schwarzromatische Projektionsfläche für die Anhänger der Fußlümmelei. An diesem Tag trat ich auch offiziell dem Verein als Mitglied bei. Ein guter und richtiger Zeitpunkt. Leider gelang es mir dann doch nicht, ihn viele Monate später in die Nationalmannschaft zu schreiben resp. zu telefonieren. Aber das waren noch KERLE, Männer in unserer Abwehr. Zehn Jahre her. Auf den Tag genau. Sollte es jedoch gelingen, Comman-Dante zu naturalisieren, hat diese Kolumne so nie stattgefunden. ;-)

 

Weiterhin eine besinnliche Adventszeit wünscht Euer Schomberg!