Start / AktuellesInfothekInternKontakteSuchen 
Start / Aktuelles
Schombergs Welt
Ausgaben 1-20
Ausgaben 21-40
Ausgaben 41-60
Ausgaben 61-80
Ausgaben 81-100
Ausgaben 101-120
Ausgaben 121-140
Mein WM-Tagebuch
Ausgaben 141-160
Ausgabe 141
Ausgabe 142
Ausgabe 143
Ausgabe 144
Ausgabe 145
Ausgabe 146
Ausgabe 147
Ausgabe 148
Ausgabe 149
Ausgabe 150
Ausgabe 151
Ausgabe 152
Ausgabe 153
Ausgabe 154
Ausgabe 155
Ausgabe 156
Ausgabe 157
Ausgabe 158
Ausgabe 159
Ausgabe 160
Ausgaben 161-180
Ausgaben 181-200
Ausgaben 201-220
Ausgaben 221-240
Ausgaben 241-260
Ausgaben 261-280
Ausgaben 281-300
Ausgaben 301-320
Ausgaben 321-340
Ausgaben 341-360
Ausgaben 361-380
Ausgaben 381-400
Ausgabe 401
Ausgabe 402
Ausgabe 403
Semesterprogramm
Fotogalerie
Neuigkeiten
Infothek
Intern
Kontakte
Suchen

Der Tischgrill



Hier sehen sie das Topprodukt aus dem Edeka: Einen Tischgrill für "Barbeccu", was immer das auch sein mag. Ich stelle das Photo hier ein, da der Zwiebelfisch es ja sowieso nicht veröffentlicht ;-))


Ja, ich habe es getan und ja, ich habe mich freudig von meiner eigenen Spiessigkeit übermannen lassen und unlängst einen Tischgrill gekauft. Ich hätte es nie für möglich gehalten und habe es dann doch getan. Einige Tage bin ich durchs Edeka geschlichen, habe von der potentiellen Möglichkeit des Erwerbs gesprochen, Frau Z. und ich waren bass erstaunt über unsere eigene Kühnheit, allein darüber nachzudenken, es zu erwägen, ein solches Produkt zu erwerben. Doch nach einem unkomfortablen Grillabend - ursprünglich am Rhein, dann alle Zuckerwattemitstreiter aufgrund von sintflutartigen Regenfällen verloren, wir beide jedoch faustisch-tragisch-deutsch am Grillvorhaben festhaltend, mit einem Einweggrill, den ich in völliger Verblödung auf eine kleine Euro-Holzpalette stellte, und damit tolle schwarze Brandzeichen hinterliess, war der Tischgrill ein Wink des Schicksals.

 

Ich scharwenzelte tagelang - nur mit meinem Erstbesuch einer Sonnenbank vergleichbar - vor und im Edeka herum, nahm im Laden die Verpackung in die Hand, begutachtete sie von allen Seiten, dachte nach. Die Investion für den Tiehdschieeh (wie wir in der Tischgrillszene sagen) war überschaubar, 15 EURO. Und dann, eines Abends, gegen 19.00 Uhr, Frau Z. wollte sich mit dem Erwerb nicht die Hände schmutzig machen, zückte ich mein Handtelefon und teile ihr vor der Geschichte mit, dass noch ein Tischgrill zum Verkauf stehe. Die Mitteilung am anderen Ende ist eindeutig: "Kauf ihn! Aber es ist dann dein Grill und ich habe nichts damit zu tun." Gesagt, getan. Tanzende Bratwurstschnecken zu Klängen von Jean Michel Jarre schwebten vor meinem geistigen Auge, als ich der Dame an der Kasse die 15 Euro in bar aushändigte. Ich erwog die ersten Möglichkeiten, CurryKing-Rezepte auf dem Tischgrill auszuprobieren. Ich fühlte mich recht frei. Offiziell heisst das Objekt des Extremehomings übrigens „Barbecue-Tischgrill BQ 2849“ von CLATRONIC.

 

Montags gekauft, als Software dazu dienten ein paar "Bratmaxe" und abgepackte - mir im Tagtraum erschienene - "Bratwurstschnecken". Ich öffnete zu Hause fahrig und hektisch - voller Vorfreude - die Verpackung, las sorgfältig die Gebrauchsanweisung, da ein Tischgrill in meinen Händen gefährlich wie ein Atomkraftwerk sein kann und befolgte sklavisch die Erstinstallationshinweise. Während ich den Glühdraht erst einmal 15 Minuten auf volle Pulle stellte und die im Handbuch annoncierte "mögliche Rauchentwicklung" durchaus akzeptabel war, überlegte ich kurz, ob der Titel meines grossen Berlinromans nicht ":gott steckt noch in der saisonvorbereitung:" anstatt "Die Hölle kann eine Damenhandtasche sein" lauten sollte.

 

Der Ersteinsatz

Vorher natürlich genügend Wasser einfüllen, und zwar 1,5 l kaltes Wasser bis zur „Max.“-Marke, die dummerweise in meiner „Grillwanne“ nicht eingeprägt war. Aber gottseidank füllte ich das Wasser bis über das Reflektorblech, denn „das Wasserbad und das Blech verhindern überhöhte Hitzestrahlung im Bereich der Standfläche des Grills“. Eines bläute mir das Manual ein, und das wird mir stets eine Lehre sein: „Grillen Sie deshalb immer mit Wasser und eingesetztem Reflektorblech“. Nicht auszudenken, was passieren könnte, vergässe man es, das einschneidende Erlebnis mit dem Einweggrill wird mir eine ewige Lehre sein!

 

Nachdem ich das erworbene Schätzchen 15 Minuten mal so richtig habe durchglühen lassen, und damit die Schutzschicht auf der Heizspirale entfernte, ging es los. Und wie der TG abgeht, wie Schmitz' Katze: Wenn das zum Teil marinierte Gargut zu nah auf dem Grillrost liegt, verwandelt es sich in Nanosekunden zu Steinkohle, Paprikaschnitze wiederum benötigen fast eine Viertelstunde, um einen gewissen Grilleffekt aufzuweisen. Die Bedienung erfordert allerhöchste Aufmerksamkeit. Aber die Nachbarn grüssen uns noch, also scheint auch der Geruch - aus Sicherheitgründen immer auf dem Balkontisch grillen - innerhalb tolerierbarer Parameter zu sein!

 

Tage später, die erste ungezügelte Begeisterung war zwar vorbei, und dennoch schlug ich vor, den TG wieder zum Einsatz zu bringen: Wir hatten zwei Freunde zum „gesetzten Essen“ da, läuft toll, grillt gut, doch wenn man eingelegtes Grillgut (siehe oben – Marinade galore!) auflegt, benötigt man Augen wie ein Luchs und Reaktionen wie Oliver Kahn. Habe fast anderthalb Tage benötigt, um den Urzustand des Barbeccu-TGs wiederherzustellen!

 

Ein schalkeaffiner Kollege, mit dem ich mich über das Tischgrillkolumnenansinnen austauschte, hat mich auf ein paar wichtige Fragen gebracht: Ist elektrisches Grillen eigentlich noch männlich? Ein bisschen Machotum muss dabei sein. Und: Brennen die Heizstäbe durch, wenn man Bier auf die Würstchen sprüht? Neben den e-Machogrillsprüchen gingen mir weitere wichtige Fragen durch den Kopf und bewegten mich: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Colalight und Cola Zero? Kann mir jemand mal diesen Unterschied erklären?“

 

Für den Dritteinsatz habe ich mir auch schon das korrespondierende Produkt besorgt: „Five Willies“ (Mexican Style), 5 Bratwürste mit Jalapeños, echt cool, ungekühlt frisch, so richtig Grobe Bratwurst, garantiert lange haltbar, daher ideal für unterwegs und zur Bevorratung. Gedankenblitze: Wenn ich mal wieder geschäftlich unterwegs bin, hole ich im ICE auf der Höhe Limburgs aus einer übergrossen Laptop-Tasche meinen Tischgrill, baue ihn aufreizend langsam zusammen, gehe vier-, fünfmal zur Toilette und hole Kühlwasser, um dann ein bis drei „Willies“ zu grillen. Naja – von der Praktikabilität her abwegig. Und dann auch der Geruch. Mittlerweile habe ich mit meiner Spiessigkeit schon andere angesteckt, und es gibt Kollegen (m/w), die ernsthaft erwägen, auch ein solches Produkt anzuschaffen.. ich persönlich habe ein neues Objekt der Begierde, das mich im Schaufenster "ansprang"....

 

Tja, manchmal, wenn ich mit Sinn & Verstand die Einführung von Keter Pnöll zu "Schombergs Welt" lese, nämlich sinngemäß „Schreiben, was Corpsstudenten bewegt“ , so denke ich mir, das interessiert noch nicht mal die Exzentriker unter den Corpsstudenten, maximal 'ne handvoll abgefeimter Borderliner. Und das ZAG zu Cölbe. Und genau dafür ist „Schombergs Welt“ auch da!

 

Euer Dampfgarer, -plauderer und -hammer & Trendsetzer Schomberg (Der Grillier des Zaren)

 

P.S.: Eben festgestellt: Wir haben Raupen des Großen Kohlweißlings auf unserer Kapuzinerkresse. Wollt' ich nur erwähnt haben!