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Tagebuch eines Gesellschafttrinkers



Eugen Egner: Aus dem Tagebuch eines Trinkers: Das letzte Jahr. Taschenbuch - Haffmans Vlg., Zürich 1991. ISBN: 3251001752. Das Buch des Jahres 1991 !!!!




Es bleibt dabei: Warum verschandelt die Buxenfahne dieses wunderschöne Corpshaus?! "14.02.: Viel von Paralleluniversen gelesen, versucht hinzugelangen, hässlicher Sturz. 1.03.: Perfekter Tag. Spät abends habe ich mir dann noch ein Käsebrot geschmiert und mich draufgesetzt. Viel Wein. 10.03.: Obsession beschlossen: Ins Treppenhaus schleichen und das entblößte Gesäß an die Wohnungstür gegenüber drücken. Der vergilbte Lack muss angenehm kühl sein. Wann werde ich es zum ersten Mal tun. 11.03.: Obsession ist scheiße. Anlässlich eiliger Flucht vor der Nachbarin vom eigenen Schlafrock zu Fall gebracht. Liegengeblieben, tot gestellt. Tiefe Scham, später massives Trinken. 19.03.: Nachgedacht über Worte eines Freundes: Die Sonne müsste nachts scheinen, am Tage ist es doch sowieso hell. Wieder geweint. Rum. 1.12.: Unbekannte Frau in der Fußgängerzone verbot mir in ihren Armen zu sterben. Wenig schöne Szene. Danach Glühwein und rücksichtslose Kirchenkritik auf dem Weihnachtsmarkt. Schürfwunden." Gottesbeweis 2: Harry Rowohlt liesst Eugen Egner




Nicht nur "Harry's Dictionary" hat sich im Rahmen der Renovierungsaktion wiedergefunden. Auch dieses erschütternde Dokument aus dem Jahre 1993, ein Rezept von Tanja L. für die Herstellung eines baleysähnlichen Getränkes. Obacht: Ist Strohrum drin...




**** NEWSFLASH **** Diese wichtige Botschaft (SAT 1-Text vom 16. April 2003, Seite 117) durfte und wollte ich Euch nicht vorenthalten. Das klebte sich Kixi in sein Tagebuch...


 

(Der erste akquirierte Fremdartikel von Protocorpsbruder Rohrer in den 1991er Fußstapfen Eugen Egners; Überarbeitung und Ergänzung Heiko Schomberg. Die Namen wurden verfremdet)

 

 

Mo. 24. III. 03

Ankunft in Marburg. Mir geht es richtig gut. Es ist immer wieder erstaunlich, was für eine positive Auswirkung zwei Monate Urlaub auf das Aussehen und den inneren Zustand haben. Antonia B. hat den ersten Abschnitt ihres Staatsexamens abgeschlossen. Wie praktisch, da konnte ich doch mit ein paar Weizen auf Ihr Wohl trinken und zeitgleich meine Rückkehr feiern.

 

Di. 25. III. 03

Examensparty von Nina G., Vanessa und Gudrun. Die Bude war voll, ich auch. Verstehe aber immer noch nicht, warum diese Mediziner ausgerechnet mein Haus ausgesucht haben. Auf dem Hügel sind doch viel größere und schönere Häuser. Ich glaub’, ich hätte doch nicht versuchen sollen, alle Gäste zu begrüßen. Stark getanzt, viel getrunken.

 

Mi. 26. III. 03

Lolle rockt Berlin-Wiederholungen gesehen. Von Corpsbrüdern erfahren, dass die Hauptdarstellerin jetzt kurze Haare hat. Grosse Traurigkeit, dagegen angetrunken. Danach Grillen mit Patrick R. und Michael S. Nicht nur das Fleisch hat geschmeckt. Es war schön, wieder so einen Abend zu verbringen, an dem man sich einfach nur langsam und gemächlich bettmüde trinkt. Merkwürdig ist an dem Abend nur, dass es draußen hell wurde als meine Bettschläfrigkeit aufkam. Kaum gewürgt.

 

Do. 27. III. 03

Wiederholungen gefallen doch: Grillen mit Patrick R. und Michael S.; später mit Olaf R. und Charlotte S. Erster Besuch von Sabine Tierschutz. Sabine Tierschutz ist eine Mittvierzigerin, die sich, neben ihrem Beruf als Krankenpflegerin, stark für die Rechte streunender spanischer Hunde engagiert. Sie hat uns berichtet, dass sie die Hauskatze Orang-Utan-Klaus in ihrem Kohlenkeller vor dem Erstickungstod gerettet hat. Klaus hatte sich mit seinem Fuchsenband beinahe stranguliert. Ein Suizidversuch?! Wir müssen ihn noch besser behandeln. Auf diesen Schrecken musste ich mich tüchtig stärken und der Frau auf Knieen danken. Nur hat sie diese Geschichte unzählige Male am Abend wiederholt... Dagegen angekämpft (Oettinger, Dunkles Hefe-Weizen).

 

Fr. 28. III. 03

Dritter Grillabend mit Patrick R. und Michael S.; Zweiter Besuch von Sabine Tierschutz - dieses mal in Begleitung von Mira (ein ausserordentlich hässlicher, spanischer Hund). Besuch hatten wir an diesem Abend von einem Vertreter e. wohllöblichen Corps Irminsul Hamburg i. WSC. Ich habe das Gefühl, dass Sabine Tierschutz einen mächtigen Sprung in der Schüssel hat. Sie hat schon wieder den ganzen Abend lang die gleichen Geschichten im Kreis gelabert. Irgendwann wurde mir davon (Hmmh - nur davon?!) schwindelig und ich durfte dann angedudelt zusehen, wie der Irminsuler Sabine Tierschutz vom Haus beleidigt hat. Unschöne Kopfschmerzen.

N.B.: Recht hat er gehabt, die Frau ist wirklich eine Schnorrerin.

 

Sa. 29. III. 03

Heute war ich produktiv. Ich habe Jürgen K. beim Umzug geholfen und es ist nichts zu Bruch gegangen. Danach hat er uns alle zum Grillen eingeladen. Komisch, daraus wurde eine echt tolle Party bei der Jottkah seine große Liebe gefunden hat (selbst wenn er es danach bestritten hat). Es waren circa 20 Menschen auf dem Haus. Alle haben sehr gerockt. Ich auch. Laut war die Musik, doch auch draußen auf der Terrasse haben mich die anderen nicht verstanden, bis auf die Piesen, als ich sie rausgeschmissen hatte. In der Nacht ist mir zum ersten Mal Frau Hoffmeister begegnet. Herzrasen und tiefe Müdigkeit.

 

So. 30. III. 03

Frühschoppen, danach Dämmerschoppen. War toll wieder über andere schwadronieren zu können. Nur zu dumm, dass es für jedes unpassende Wort Stärkebier gab. Das Dartspielen danach mit Patrick R., Michael S. und Gennadi V. war tierisch anstrengend. Irgendwann ermüdete mein Wurfarm so sehr, dass ich nur noch daneben geworfen habe. Heiko S. faselte davon einen Dartclub gründen zu wollen: Dart Vader. Er erfreute sich so daran, das er gleich eine weitere Gruppierung für Feingeister gründen wollte: Dart' Agnan! Sabine Tierschutz ist später auch dazu gekommen, begleitet von ihrem Lebensgefährten, ferner einem arbeits- und wohnsitzlosen Oberschlesier und Mira (habe ich schon erwähnt dass der Hund ein Affront gegen den guten Geschmack ist?). Egal, rausgeschmissen haben wir sie! Das war hoffentlich das letzte mal, dass ich diese Schnorrer hier sehe. Mir ist jetzt noch schwummerig von ihren Geschichten. Zahnschmerzen und Kopfklopfen.

 

Mo. 31. III. 03

Mit Eike M. in seinen Geburtstag reinfeiern. Würzburger Bayern waren auch da. Boah! Waren wieder tolle Frauen auf dem Haus. Habe mir Mut angetrunken um sie anzusprechen. Leider zu viel! Mein Sprachvermögen hatte ausgesetzt als ich gerade anfangen wollte. Alleine getanzt, hoher Augeninnendruck.

 

Di. 1. IV. 03

Frau L. hat Geburtstag. Ein Prost auf ihre Gesundheit. Mein lb. Kartell war doch heute Mittag nach Hause gefahren? Warum standen dann zwei davon noch - oder schon wieder - an der Theke? Gewisser Grad an Orientierungslosigkeit. Na ja! Spielte ich halt weiter den Gastgeber und bewirtete sie bis sie ins Bett gehen mussten. Hartnäckig waren sie. Musste ich doch mit Ihnen und Patrick R. eine Autokneipe feiern. Um 4:30 war es dann aber auch soweit, dass sie wortlos ins Bett gegangen sind und ich den Wagen abgeschlossen habe. Nur zu dumm, dass niemand mir gesagt hatte, dass der Schlüssel noch im Zündschloss stecken würde. Egal, ich zahle alle Schäden. Grosser Stolz erwächst in mir.

 

Mi. 2. IV. 03

Boah! Jetzt waren schon vier Bayern da! Woher die wohl alle gekommen sind? Kamen sie aus der gleichen Dimensionsspalte, in der normalerweise Einwegfeuerzeuge, Kugelschreiber, Zigarettenkleingeld und anderes verschwinden? Dringend Tiefenrecherche angehen, muss mal ein Buch von Stephen Hawkings lesen. Der Abend fing eigentlich ziemlich ruhig schon um 14:00 an. Mir fiel ein Brief in die Hände, dessen Inhalt sich mir nicht sofort erschloss: "Hi, Du alte Rauschkugel! Das nächste Mal warte bitte bis zum Morgen mit dem Anrufen. Nachts bekomme ich immer Herzklopfen. Bussi Mutti. Übrigens: Wo is'n des Hirn?". Verstehe ich nicht. Aber ein Autoschlüssel war dabei. Fein, kann ich mein Geld doch in Produkte aus dem Hause Oettinger anlegen. Alle waren gemütlich in den Sesseln eingelümmelt, Geschichten von zu Hause erzählend. Doch das sollte nicht bleiben! Zuerst flüchteten die meisten an die Theke, als Jogi (kei’ Ahnung wie der im richtigen Leben heißt) sich mit seinen 40 Jahren und drittem angestrebten Diplom in unsere Mitte zwängte. Als er kotzend und schwankend endlich die Nähe unserer Putzfrau aufsuchte, konnte ich mich wieder der Betreuung meines lieben Kartells widmen. Gestört wurde ich dabei nur von irgend welchen Buxxxen, die einen auf unsere Kosten saufen wollten. Herr Str. Bavariae kümmerte sich drum, dass sie ja so schnell als möglich unser Grundstück verlassen mussten. Praktisch, dabei hat er gleich eine unlösbare Aufgabe für meinen potentiell übernächsten Consenior gelöst.

 

Do. 3. IV. 03

Thekensaufen mit der Standardmannschaft und den vier Bayern. Falsch, es waren doch nur noch 2 übrig heute Mittag. Und die übrigen vier antworten auch nur auf zwei Namen!?? Ich wollte mir später Sorgen darüber machen. Sorgen machte mir vordringlicher das Glatteis an der Theke. Wenn Eike M. mich nicht um 19:30 Uhr aus dieser Gefahrenzone rüber in mein Zimmer gebracht hätte, hätte ich mir bestimmt weh getan. Um 21:30 Uhr war dann aber auch das Glatteis aufgetaut und ich konnte an der Theke ausprobieren, ob dunkles Weizen auch mit einem Schuss Zitroma schmeckt. Wie es Herr Sch. Bavariae zu sagen pflegt: „Wenn die Farben rufen stehe ich parat“. Nur, wo sind meine Schuhe abgeblieben?? Angstvolles Trinken, danach wenig erholsamer Schlaf.

 

Fr. 4. IV. 03

Tag 12, Aufstehen um 14:35 Uhr. Semesterferien. Was hatte ich für einen Brand! Es ging mir nicht gut. War das der Alkoholentzug der mir da weh tat, oder der Alkoholmissbrauch?? Jürgen K. hat gesagt, dass man mindestens ein Konterbier trinken sollte, damit die Beschwerden weggehen. Das machte ich dann auch, obwohl es nicht so richtig schmecken wollte. Aber das zweite lief schon besser (es gab kein Zitroma mehr). Am späten Nachmittag kam dann aber Natalie v. H. mit ihrem kleinen Max. Wenn Kinder anwesend sind hat man seinen Konsum so einzuschränken, dass man immer ein Auge auf sie haben kann. Da war ich wohl gezwungen mich mit dem Kater zurecht zu finden, den ich vor elf Tagen angestiftet hatte... und was zur Hölle ist überhaupt Zitroma?!

 

 

Swen Patrick Rohrer / Heiko Schomberg

 

Nachtrag: Einige Corpsbrüder und -schwestern hatten Wetten auf die Dauer des "Kixi-Exzesses" abgeschlossen und ihre Tagesprognosen auf einem Flipchart fixiert. Die Zahlen schwankten zwischen acht und 144 Tagen... und ausgerechnet die einzig korporierte Frau unter den Mittwettenden behielt mit ihren elf Tagen recht...