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Deutschland sucht den BINGOSTAR!



Zitat eines Kalker Kunstschaffenden zum Thema Bingo:




"Ich bin zu jung für diese Schei**e!"




.... aber immerhin zusammen >70 Kölsch verhaftet....


 

Intelligenz lähmt, schwächt, hindert?: Ihr werd’t Euch wundern!: Scharf wie’n Terrier macht se!!“ (Arno Schmidt)

 

Die alte Gretchenfrage: Was tun mit der begrenzten "Frei"zeit? Lesen oder schreiben? Lieber ein sog. "Buch" (Hey Kids: Das ist ein analoger Datenspeicher aus dem letzten Jahrtausend, weitere Infos auf Wikipedia!) lesen oder watt zusammen schreiben. Zur Zeit lese ich 50er-Jahre-Popliteratur, Arno Schmidt, obwohl ich derzeit nicht sein amüsantes Werk - sondern sein The-Cure-Frühwerk auf dem Plattenteller habe: "Leviathan / Schwarze Spiegel". Düster, nicht so richtiger Pop. Auf "Schwarze Spiegel" bin ich auch nur gekommen, weil ich bei einer ZVAB-Patrouille auf Thomas Glavinic' "Die Arbeit der Nacht" stieß, der Plot ungemein ansprechend war, es ohne Zögern bestellte, eine 400-Seiten-plus-Schwarte ausgeliefert wurde und ich dann irgendwo las, dass Schmidt die Darstellung und Atmosphärenschaffung des Plots mit "Schwarze Spiegel" - laut der Bewertung einiger Menschen - besser löste... und den finalen Ausschlag gaben 98 Seiten (Schmidt) versus 400 Seiten (Glavinic). "Die Arbeit der Nacht" lese ich, wenn ich mal wieder ausreichend Muße habe, so im Herbst 2011...

 

In letzter Zeit geschieht wenig, das den Drang zur Verfassung einer Themenkolumne rechtfertigt.... aber es gibt ja immer noch eine handvoll durchgeknallter Desperados, die hier regelmäßig reinschauen (Danke!) und die wollen bei der Stange gehalten werden... man könnte einen Samstagabend aber auch dazu verwenden, Bingospielen zu gehen.... abwegig, oder?

 

Ein seriöser Fußballfreund, der weiß, dass ich Corpsstudent bin, frug mich unlängst in München, als wir gemeinsam versuchten sportliche Defizite unseres gemeinsamen Referenzteams durch Lautstärke aus 7.000 Mündern auszugleichen, ob ich den Tatort „Satisfaktion“ gesehen habe. Er fand ihn sehr, sehr verbindungskritisch und entschuldigte sich quasi bei mir ob der Negativpublicity, ich erklärte ihm, dass ich fand, dass wir bei dem Tatort ganz gut weggekommen seien und er meinte, ich verhohnepiepele ihn. Das Thema bewegte dann sogar BILD zu einem Ausflug in Brehms Tierleben: [(...] "Woran erkennt man Verbindungsstudenten?" "Die meisten tragen farbige Bänder und Mützen." Dann also meine Haltung dazu auch noch mal hier: "Liebe Leute, ich bin froh, dass der Film so positiv für uns war, denn das ist kein Dokumentarfilm übers Korporationswesen, das ist ein Krimi, und wir liefern nur Milieu und Stimmung, und: Aus. Aber phantastische Szenen am Papst! Nur noch übertroffen im nächtlichen "Get Carter", als ein Partygast ins Aquarium mit den Goldfischen expektoriert. Hätte echt schlimmer kommen können."

 

Tja, überhaupt, wo ist die Zeit erblieben? Den eigenen Kölner Leibburschen trifft man - bepackt wie'n Esel zufällig in der U-Bahn Richtung Kalk, man freut sich, er stellt den neuen Fuchsen vor, mit den wohlgesetzten und zutreffenden Worten: "Das ist Dein Conleib, Du wirst ihn nie kennenlernen, weil er nie Zeit hat auf's Haus zu kommen." Er hat Recht und da bekommt man echt die KRIESE. Ich sollte vielleicht mal mehr auf Militärmusikfestivals in Deutz und / oder Lindenthal rumlungern....

 

Wie kommt es eigentlich zu dem Titel? Na, wir haben es letztens getan und waren im Hort des Bürgerlichen Widerstands zu Kalk beim BINGOABEND. Eine Veranstaltung, die durchzuführen auf dem Haus ich nur mit Vehemenz empfehlen kann. Bingo regelt ungemein! Alleine dieses Füllhorn an Sinneseindrücken und Geschichten, das ich hier kaum auszuschütten vermag. Nein, es war nicht die Vorbereitung, als sorgfältigst 90 Goldzahlenaufkleber auf die gleiche Anzahl Ping-Pong-Bälle aufgeklebt wurden. Das Ziehungsmädchen hieß "Jasmin", der Spruch des Abends stammte von Ernesto: "Ich bin zu jung für diese Schei**e!" Der, den wir Randolph nennen, gewann gleich zweimal am Abend und müsste auf jeden Fall vom Trainer mit zur Bingoweltmeisterschaft mitgenommen werden. Ich selber konnte ein Spiel gewinnen, das Preisgeld (Keine Salatschleuder, nono, Bargeld lacht!) zeitnah dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Der Hessenmob (also alle außer mir) haben sich stets lustig über den Zieher & Hauptansager gemacht, wenn der ältere Herr (Freizeithemd an bunter Krawatte und Weste) versuchte, laut und deutlich, die Zahlen auszusprechen. "Fünpffundfünpffzisch!". Generell waren die Mitspieler hüben wie drüben sehr spannend. Erwog am Abend sogar die Mitgliedschaft bei den Kalker Karnevalisten, die Ausrichter der bahnbrechenden Veranstaltung waren. Diese wiederum wussten bei der Zahl "6" und der Zahl "69" durch derben Altmännerhumor aufzufallen. Auch die Frauen. Unser Block hat 2/3 aller Spiele gewonnen, deswegen konnten die uns irgendwann nicht mehr leiden ;-) Ernesto hat diesen historischen Abend gefilmt, wenn er dieses Zeitdokument zirkuliert, lasse ich es die Leser wissen. Und: Auch das Ziehungskind (neun bis zwölf Jahre?), die wir teilweise mit Szenenapplaus bedachten und die ihre Sache phan-ta-stisch! machte, trug das beste Kleid. Vielleicht das Kommunionsleibchen?? Sehr schön auch der Augenblick, als ein Bingomitspieler unserer Gruppe, laut, in einem Umfeld, in dem sehr viele Devotionalien vom 1. FC Köln an den Wänden hingen, kund tat, das ich mit der Borussia aus Mönchengladbach sympathisiere.... ich werde die weit aufgerissenen Augen der Mitspieler aus dem Karnevalsumfeld nie vergessen. Man hätte auch "Indianer!" oder "Fremde!" rufen können...

 

Zwei Tage später am Kalker U-Kiosk. Etwas mit eigenen Augen gesehen, was ich seit dem Kiosk in der Nähe des Neusprachlichen Gymnasiums zu Mönchengladbach im Jahre 1987 nicht mehr sah: Zigaretteneinzelverkauf an Schüler. Manche Dinge bleiben ewig gleich.

 

Die Sitzplatzwahl im Fernverkehr ist manchmal auch eine Art Negativbingo: Frankfurt / Main - Fernbahnhof. Eine - meinungsstark ausgedrückt - lebensunfähige Vollnuss haut mir den Kaffee auf den Schoßbeim recht dilletantisch vorgetragenen Versuch, ihren billigen Mantel anzuziehen. Auf mein Insistieren, sie möge doch aufpassen, entschuldigt sie sich halbherzig, fügt hinzu: "Sie sehen doch, dass ich meinen Mantel anziehe..." Jippieh, Rock'n'Roll, erzieherisch gibt es die "Am frühen Morgen so 'nen Ton anschlagen / Erziehung ist Glückssache / Mensch, Sie Nervensäge, dann auch noch so 'ne Pseudoentschuldigung in schnippischer Art - geht es denn?"-Ansage.

 

Während ich von der Toilette komme, sehe ich wie der Zellhaufen sich eilig von dannen macht... ja, man wird ein wenig ungnädig, wenn lauwarmer Kaffee sich vom Kniestrumpf langsam zum Spann frißt... Habe ich überreagiert? Von der Argumentationskette konnte ich einfach nicht d'accord gehen! Das wäre ja wie: Zellhaufen rammt beim Einparken mein Auto und entschuldigt sich halbherzig mit den Worten: "Sie sehen doch, dass ich hier meinen Wagen einparke." Oder sehe ich das falsch? Noch unter dem Eindruck des montäglichen Rheinland-Derbys (unsere Choreo war sehr gut, doof nur, das ich so wenig an der Kameraführung kann....), konnte ich mir am Donnerstagmorgen um 7.20 Uhr an Gleis 7 ein „Schei** GdL!, Schei** GdL!“ verkneifen und nur meine wackersteinschwere Laptoptasche hielt mich davon ab, rumzuhüpfen und dem guturalen Absingen von “Wer nicht hüpft ist Lokführer... he, he...“, “Wer nicht hüpft ist Lokführer... he, he...“… und irgendwann werde ich sie einsetzen, die

 

... moderne Variante des "(Wo) ham' se' eigentlich jedient?":

 

"Sindse' eigentlich bahn.comfort-Kunde, sie ungute Gestalt?"

 

.... und damit eine Nervensäge von ihrem Sitzplatz erlösen. Mit einem sardonischen Lächeln & wirren Haaren. Gerne würde ich noch kurz die Geschichte der Zivilcourage neu (be)schreiben "(Aufhören! Aufhören!"), aber ich gehe in dieser Ausgabe nicht auf den Spon-Artikel über den BILD-Schriftleiter, samt Wagner-Kurzauftritt ein. Und auch der relaunchten FAZ ist der Vorgang einen Halbsatz wert: "Ein Skandal blieb an diesem Abend aus. Franz-Josef Wagner, der BILD-Kolumnenveteran, rief zwar von hinten, Naumann möge aufhören, doch der kam auch so zum Schluß."

 

Ich auch, und deshalb nur noch diese Aufforderung: "Liebe Kunden! Bitte die Leergutbons innerhalb von fünf Tagen an der Kasse einlösen. Sonst verfällt er." Am Leergutautomat klebender Zettel im REWE-Markt/Hermeskeiler Platz.

 

Euch viel Spaß und wenig "Kriesen", ich muss zu 'ner Klausurtagung nach Malle, Euer Schomberg.

 

 

 

 

 

Und hier noch mal für alle zum mitschreiben mitlesen:

 

Ja, das alte Haus ist abgerissen, ja, das ist traurig und ebenfalls "ja" - wir hamm' gottseiesaufkniengedankt ein neues! Nur wurde leider, leider, leider darauf verzichtet, die wunderbare 50er-Jahre-Küche von "A" nach "B" zu verbringen oder wenigstens dem "Haus der Geschichte der Bundesrepublik" zu vermachen. Dennoch: Die Abriß-URL ist & bleibt für mich so andalusischer-Hund-Augenschlitz-mäßig....

 

URLs böse / gut:

 

Böse:

www.suevia-strassburg.de/Abriss-Tagebuch.404.0.html

 

Gut:

www.suevia-strassburg.de/Ausgabe-173.384.0.html

 

Mediokre:

www.suevia-strassburg.de/Das-neue-Schwabenhau.402.0.html