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Cafka beim Kricket… zeitlos!



Kronleuchter im Industrie-Club Düsseldorf: Ein Objekt von zeitloser Schönheit! Und ein Überbleibsel der Rückzugsgefechte der Alten Bundesrepublik...


"Alter ist irrelevant, es sei denn, Du bist eine Flasche Wein.” (Joan Collins)

 

Zu viel von allem, da gerade jetzt die arbeitsintensiven Wochen beginnen (die Melange aus beruflichen und privaten Terminen bedeutet, dass ich bis vier Tage vor Weihnachten komplett durchgetaktet bin); und dann diese grotesken Doppelungen an Verpflichtungen, die zu einer Triage führen, welchen Termin man wahrnimmt, welchen man verschiebt (verschieben muss) und welcher in die ewigen Jagdgründe geschickt wird. Am Samstag findet der Kalker Kaffee VII statt und da muss ich einige vorhandene Texte aufarbeiten, damit ich überhaupt was vorzuweisen habe. Dankenswerterweise hat sich – wieder mal, heißen Dank dafür – Corpsbruder Rohrer entboten und mir eine großartige Kolumne zugesendet, die ich demnächst hier präsentieren werde. Ich selbst versuche nur alle Bälle in der Luft zu behalten. So habe ich gerade eine offizielle Terminanfrage auf Xing wahrheitsgemäß beantwortet und abschlägig beschieden:

 

„Leider kann ich diesem Termin nicht beiwohnen, da ich meinem Patenkind die Lebensfreude für 90 Minuten nehme und ihn zum Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach versus Energie Cottbus, vulgo: ‚Not gegen Elend‘ ausführe. Viel Erfolg bei der Veranstaltung, Ihr Heiko Schomberg.“

 

Und das geht immer so weiter. Unlängst wohnte ich einem Seminar bei, in dem auch ein Coach zum Thema "Downshifting" (von mir mit "Runterfahren" übersetzt), referierte. Bezeichnend für die operative Hektik, die dazu führte, dass ich auch mein Bewerbungsseminar bei den Rotmützen ins nächste Jahr schieben muss, waren die Gedanken, die mich beim Vortrag umtrieben. Es ist in sich stimmig, dass ich einer Seminareinheit zum Thema "Das Wichtige vom Unwichtigen trennen" und "Zeitmanagement allgemein" beiwohne, und ich die ganze Zeit denke:

 

Aktuelles Lesefutter:

 

Dietmar N. Schmidt (Hg.), Moderne Kunst in NRW. Ein Museumsführer", DuMont, Köln 2003

 

Martin Oehlen, Museen in Köln , DuMont, Köln 2004

 

Ludwig Fels, Kanakenfauna. Fünfzehn Berichte", Darmstadt 1982.

 

Arno Schmidt, Nachrichten aus dem Leben eines Lords. 6 Nachtprogramme, TB, Fischer, Frankfurt / Main 1975 #antiquarisch

 

Susanne Kippenberger, Kippenberger. Der Künstler und seine Familien, Berlin Verlag, Februar 2007

 

Gregor Samarow Die Saxoborussen, DVA, Stuttgart und Leipzig 1910 #antiquarisch

 

Beda Allemann, Zeit und Geschichte im Werk Kafkas, Wallstein, Göttingen 1998

 

"Woher kennst Du die Thesen?" "Hmmmh, der Name der Trainerin sagt Dir auch was....", "Es liegt Dir auf der Zunge..... ich komm' nicht drauf"...

 

... und kurz vor Schluss der Veranstaltung fällt es mir ein und ich spreche zu einer Kollegin: "Du, ich weiß jetzt woher ich die Dame kenne! Ich habe ein Buch von ihr, zum Thema Work-Life-Balance. Das liegt seit Monaten bei mir im düsseldorfer Büro. Ich hatte keine Zeit, da mal reinzuschauen..." Die Lektüre des Werkes von Hannelore Fritz, Besser leben mit Work-Life-Balance. Wie Sie Karriere, Freizeit und Familie in Einklang bringen, Eichborn, Frankfurt / Main 2003 werde ich bald nachholen. Im Spätherbst 2012. Hätte ich das nur vorher gewußt, ich hätte innerhalb eines Monats meine zweite Autorenwidmung klarmachen können!

 

Das sind diese Momente, in denen ich mich wie der HR-Chuck-Norris fühle: Heiko Schomberg braucht keine Uhr – Heiko Schomberg entscheidet wie spät es ist. So beseelt möchte man dann zur Entspannung und um gut drauf zu kommen ein bisschen in Kafkas "Der Hungerkünstler" blättern & lesen. Im öffentlichen Raum kaum umzusetzen, obwohl ich von Frau Feynschliff mittlerweile Ohropax für die Fahrten im ICE bekam. Die jungen engagierten Mitreisenden "telefonieren" ja immer so laut & mobil. Oder schauen DVD ohne Kopfhörer.

 

Weil ich Lautstärke im Moment nicht ertragen kann, mied ich bewusst Karneval ("Halt Pohl / Alaaf / Helau / Schöpp opp") und war am 11.11. in Frankfurt / Main; abends kurz neu das Feuilleton und den Kleidersack gepackt und ab nach Münster (Was sagt Götz Alsmann eigentlich beim Friseur? "Also schneiden Sie mir die Haare einfach so wie Heiko Schomberg!") und festgestellt, dass es dort immer noch so viele Fahrradfahrer gibt. Der Taxifahrer sprach von einer Zahl, die in meiner Erinnerung "500.000" war. Und stylishe Designerhotels in Bahnhofsnähe (was eigentlich wieder was für "Tolle Bandnamen" wäre). Dann war in dieser Woche noch der Geburtstag von Vicco von Bülow, ich rufe laut & vernehmlich: ALLES ERDENKLICH GUTE ZUM 85. GEBURTSTAG, LORIOT! Werden Sie bitte, bitte, bitteeeeeeeee noch älter als Ernst Jünger. Und lassen sie uns nicht mit Mario Barth allein!

 

Denn ich kann diese Durchschnittlichkeit des Landes nicht mehr ertragen. Und doch: Spätestens wenn ich genügend Profile gesichtet habe, denke ich mir: "Hmmmmh, ein bisschen Durchschnittlichkeit wäre mal wieder schön!" Ein bisschen Alte Bundesrepublik, Rhein-Alpen-Schweiz, Steckbriefe der Liga "Meine Hobbys sind lesen, schreiben und reiten". Wenn man dann mal das Vergnügen hat, einer Veranstaltung im Industrie-Club Düsseldorf beizuwohnen, ist man semi-versöhnt: Es ein Gebäude, das aus jeder Parkettpore & jedem Ölbild den Eiseshauch der Geschichte atmet. Es gilt weiterhin: Wenn ich was nicht leiden kann, dann sind es überfrachtete Metaphern und Kraftausdrücke, heilige Sch**ße nochmal!

 

In letzter Zeit einige Bildbände über private Bibliotheken "gelesen" & ein Buch über Büchersammler, dabei beruhigt festgestellt: Ich bin kein Sammler, ich lese nur ganz gerne, eine zunehmend unterschätzte Kulturtechnik. Jetzt noch mal laut die Texte für den morgigen Kalker Kaffee VII vortragen, Sonntag auf 'nen Convent bei Blaumützens schneftern und dann geht es in eine weitere Woche operativer Entschlossenheit! Es ist nichts passiert und ich habe dennoch darüber geschrieben. Weil ich es kann.

 

Beste Grüsse, Euer Gesinnungsitaliener Schomberg („Mi chiamo Heiko - sono Tedesco e Wirrkopfo.“)