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Debil in Düsseldorf...



Warum werden auf den Flügen DRS - DUS nicht diese Flieger eingesetzt?!?!


"Er lebt jetzt in Dresden weil er nie daran dachte alles richtig zu machen..." (Frei nach Bernd Begemann)

 

Willkommen zur hundertsten Ausgabe von "Schombergs Welt"! Ich hätte vor zwei Jahren auch nicht geglaubt, dass ich es irgendwann - trotz aller Stürme, des Ärgers, des Spaßes, der persönlichen Niederlagen und vielfältigen Arbeitsbelastungen und lebensbedrohlichen Extremsituationen (aufstehen, duschen, rasieren) - bis hier hin - zur hundertsten Ausgabe -  gebracht hätte! *schulterklopfmodus an*. Doch womit die erste dreistellige Ausgabe bestreiten? Zuerst dachte ich an etwas, wofür ich aber keinesfalls stehe: Mich selbst und diese grossartige Kolumne zu feiern ;-) Dies verwarf ich selbstverständlich. Vielleicht wäre die Beschreibung, wie ich beim zweiten Mal in Düsseldorf versuchte, nicht nur wieder per etix einzuchecken, sondern mich auch an die höheren Weihen wagte, meinen Kleidersack am Automaten im Terminal aufzugeben, eine Ausgabe wert!

 

[Wie alles begann] Montags um 3.00h aufgestanden, mit dem Taxi von meiner Windberger Wochenendkemenate zu einem der beiden mönchengladbacher Hauptbahnhöfe (Weltrekord! Weltrekord!) gefahren, in der Absicht, den Zuch der um 03.51 Uhr losfährt - einer nachtschlafenden Zeit - zu der andere erst in's Bett gehen, zu erreichen. Dies gelang mit halbgeschlossenen Augen. Am Airport Düsseldorf dann mit dem ganzen Gepäck zum richtigen Terminal (sic!).

 

Diesmal war ich klüger als beim ersten Flug: Clever wählte ich beim damaligen Ersteinchecken Sitzreihe 5 aus, wissend, dass sich in Reihe 5 und 6 die Notausgänge befinden, was einfach mehr Beinfreiheit garantiert. Was ich da noch nicht wusste: Auf den Lufthansaflügen zwischen Düsseldorf und Dresden werden Propellermaschinen (für Delle: vom Typ ATR 45-500) eingesetzt - und ich sass direkt neben dem Propeller. Na supi - also bekam ich auf dem Flug noch nicht einmal eine Nanosekunde Schlaf. Diesmal wollte ich es besser machen und buchte mich in der vorletzen Reihe ein. Und obwohl ich ja nicht gerade der Techniker vor dem Herrn bin, ich aber mein schweres Geraffel loswerden wollte, entschied ich mich zu einem mutigen Schritt: Zur Eingabe meines Gepäckes am gleichen Automaten. Dieser erklärt mir sofort, was zu tun sei: "Bitte stellen Sie ihr Gepäck auf das Laufband", glasklare Ansage, gesagt - getan, 14 Kilo Businessklamottenkram und Toilettenartikel stehen parat, der Drucker rattert, auf dem Display erscheint "Bitte entnehmen sie die Banderole", sie wird ausgedruckt & ausgespuckt, der Flughafen ist fast menschenleer, ich gucke grenzdebil auf mein Gepäckstück, kratze mich am Kopf, frage mich, warum der Kram denn nicht befördert wird. Wieder heisst es "Bitte entnehmen sie die Banderole", "Bitte entnehmen sie die Banderole", "Bitte entnehmen sie die Banderole", erst nach gefühlten fünf Minuten, als ich mich frug, "Wie identifizieren die Menschen die in der Gepäckbeförderung leben + arbeiten eigentlich meinen Kleidersack und wissen dann, dass er mir gehört?", fällt mir diese Anweisung auf. Ich komme mir vor wie in einem Hape-Kerkeling-Film ("Bitte werfen Sie eine Münze ein!") und entnehme die verdammte #&(%#-Banderole! Klebe sie hektisch und mit bekannt fahrigen Bewegungen, mich umdrehend ob niemand meinen Debiloauftritt mitbekam, auf denn Griff. Drücke auf weiter - und wie von Geisterhand wird mein Kleidersack weiterbefördert. Ich liebe die Technik!!!! Manchmal kommt mir das Leben vor wie eine grosse Sendung-mit-der-Maus-für-Akademiker.

 

Dann wieder die üblichen Durchsagen: "Fluggäste, die im Besitz einer Bordkarte sind, werden gebeten, sich unverzüglich zur Sicherheitskontrolle zu begeben!" Unverzüglich??? Am Ar*** die Räuber, habe mir in der letzten Rückzugszone wider dem Nichtraucherfaschismus eine Zigarette entzündet und kann deshalb dieser Forderung einfach noch nicht nachkommen... Nachdem ich meinen persönlichen Anteil zur Sicherung der Renten und der Finanzierung der Verteidigung der Demokratie (u.a. am Hindukusch, P. Struck) beitrug, cruise ich betont lässig zur Sicherheitskontrolle. Und dann beginnt wieder der Securitystriptease, Jackett aus, Kleinkkram in die Kiste, natürlich klingele ich trotzdem wieder viermal, löse den unangenehmen Fiebston aus, weil ich irgendwo in den Taschen Kleingeld, Feuerzeuge, Handgranaten oder sonst jett vergessen habe. Und das ausgerechnet in den heutigen Zeiten des Jeder-hat-irgend-wo-Metallringe-im-Körper und dann wird man mitleidig bis amüsiert grinsend durchgewunken... Wie immer protestiere ich und lege Wert auf die Feststellung, keine Ringe im sichtbaren oder nicht sichtbaren Bereich meines Körpers zu tragen! Ich denke mir: "Hör' ma' zu, unterbezahlter Sicherheitsknecht, watt meinste', wie begehrenwert ich in 30 Jahren bin, wenn ich als einer der wenigen Menschen in der Bundesrepublik keine Tattoos, keine Piercings, kein Branding oder unter der Haut applizierte Silikonkügelchen trage - aber echt geile Schmucknarben". Sage natürlich nichts und trotte zur Wartehalle, konsumiere dort WELT, FAZ, BILD und Düsseldorfer Express. Und natürlich den Lufthansa-Automatenkaffee für umme - aus den Papierbechern, die einem immer das großartige Gefühl geben, New Yorker Cop zu sein, Hank Johnson, die Krawatte auf halb Acht, mit 20-Stunden-Tag, geschieden und völlig desillusioniert - wie Frank Zappa - der Prämisse  folgend: "Zigarettes 'n' Coffee are my Food!". 

 

Der Rückflug dieser Überkreuzbuchung war übrigens wirklich unerquicklich - ab Hannover wurde es unruhig - und der Umstand, von einem Lufthoch ins andere, hoch und runter, links und rechts zu fliegen, mit einer Propellermaschine!!!!, war wohl den orkanartigen Stürmen über'm Rheinland geschuldet. Auf jeden Fall war ich nur vier Zentimeter mit meinem Zeigefinger vom - in diesem Moment errettenden - "Mädel-bring-mir-die-Papiertüte!"-Knopf entfernt! Das verkniff ich mir dann doch: Pabsten in Businesszusammenhängen halte ich für mehr als unangemessen. Dafür hatte ich eine tolle romantisch-verklärende Lektüre, die mich vom Würgen ablenkte: Bei der Kellerevakuierungsaktion hatte ich es wiedergefunden und war entzückt - trotz des Umstandes, dass ich damals Zebrastreifen mit "p" schrieb - "Zeprastreifen" - ich habe mein altes Schülerlotsenbuch aus der 8a wiedergefunden. Mit dem bahnbrechenden und protototalitären Eintrag: "Donnerstag: Eine Frau hat sich wiederholt unseren Strassenverkehrsanweisungen wiedersetzt!". Der Lacher und die Altersmilde verhinderten die Papiertütennutzung. Doch eine Frage bleibt: Warum werden auf den Flügen DRS - DUS nicht diese Flieger eingesetzt?!?! Eine Unverschämtheit, der es nachzugehen gilt.

 

 

 

Aus einer wunderschönen Stadt, auf deren Ausfallstrassen schon PRAG ausgeschildert ist, grüsst Euch Euer Schomberg, der hofft, nach Äonen  bald wieder Zeitnähe in die Ausgaben zu bekommen....

 

 

 

**** Vorankündigung und demnächst in diesem Lichtspielhaus: Dynamisch / Durchgeknallt / Durstig / Dauerpower / Damoklesschwert / Durchstarten in Dresden ****

Für eine solche Ausgabe benötige ich aber natürlich noch etwas Inhaltsfleisch. Aber ich habe mich in diese Stadt verliebt, viel Material (Bild, Ton, Wort) gesammelt. Und überhaupt: Man wird sich das Corps Altsachsen Dresden freuen das ich "in Town" bin... Couleurbesuch, wir wissen wo Deine Aussenwirkung steht ;-) Ich überlege die ganze Zeit, ob ich nicht eh der typische Weinheimer bin...