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Zimmer mit Ausblick: Portugal



Von den acht Viertelfinalisten, die ich am 05.06.2008 prognostizierte, haben gerade mal zwei dieses auch erreicht. Ich verstehe nichts von diesem Sport....




Hier also eine erneuter Versuch der Vorausschau. Ich habe mir vorgestern noch die Duplosammelbilder von 1982 angeschaut.... Zeitreise zum Titel.... und ich werde eine elektronische Unterhaltungkombo gründen: [restaurativer metafußball '82]


Oh mein Goooooooooooooott! Es ist IHNEN gelungen, meinen Willen zu brechen. Ich pfeife gedankenverloren das Lied des Grauens vor mich hin: "Ein Stern der über Deutschland steht". Das ist das Ende der Welt, wie ich sie kannte.

 

Uff. Viertelfinale. Mund abwischen, weitermachen. Das waren ja schon wieder erlebnisreiche und fußballerisch arme Tage. Nach dem montäglichen Vorbereitungsessen (verfeinerte Dosenravioli mit einer Marmelade aus getrockneten Tomaten und leicht in geklärter Butter angeschwitzten Frühlingszwiebeln) mit dem ÖPNV zum Fußballgucken gefahren.

 

Viertelfinale. Auf heute Abend schauen, weiterarbeiten. Ich bin froh, dass Gomez - der deutlich auf Sabotage aus war - am Montag nicht schon früh das 1:0 markiert, denn sonst hätten wir Österreich 5:1 nach Hause geschickt. Wirklich und ersthaft GUT, dass er die Bude nicht macht, denn dann hätten wir alle an den Hype "Sommermärchen – reloaded" geglaubt. So traut uns gegen Portugal niemand was zu. Doch wir schlagen sie. Und Ronaldos Racker unterschätzen uns. Das ist unsere Chance: Faustisch-briegelisch-deutsch-dietz das Spiel zerstören und vorne mal 'ne Butze machen... Und alle paplik fjuing-Örtlichkeiten schließen!!!

 

Vorvorgestern mit unserem Gastgeber noch einen grundsätzlichen Disput über "schönen Fußball" gehabt. Schöner Fußball in Nationalmannschaftszusammenhängen: Vollkommen egal und überschätzt! Und diese Fußballkarnevalisten waren doch nie an einem Mittwochnachmittag in Jena um sich Zweitligafußball anzuschauen. Ich will gewinnen. Für's schöne und tragische Scheitern habe ich meine geliebte Borussia vom Niederrhein! Und ich hasse diese FUSSBALLKARNEVALISTEN und Girlandentussies!!! Die wissen doch gar nicht, worum es in diesem Spiel geht. Ich hasse sie. Mit der Kraft von 1.000 Sonnen. Erst ein wahrlich deprimierendes Spiel und dann noch eine Stunde mit der KVB bis nach Hause benötigt, 600 Autos auf den Ringen und !Vollhupen! der Lustige-Hüte-und-Perücken-Fraktion.

 

Und auch Wagners Kampf geht weiter...:

 

"Liebe feiernde Türken,": "Immer noch aufgewühlt, im Bett liegend, dachte ich als letztes: Gott sei Dank haben wir noch die Türken – falls wir Deutschen bei der EM rausfliegen. " [Text]

"Lieber Michael Ballack,": "Wie Wasser auf dem Herd, wenn es zu kochen beginnt, reifte Ihr Schuss. Es war ein Gewaltschuss. Es war ein Schuss gegen alle Laptops, Designer-Trainer. Es war ein Schuss von der Straße." [Text]

"Liebe Uefa-Richter,": "Ihr seid die Totengräber des Fußballs. Ich habe Euch Anzug- und Krawattenfuzzis nie gemocht. Sie sind Rechthaber und Spielverderber." [Text]

Einige hatten ja vor dem Spiel "dunkle Ahnungen", diesen kann ich nur zurufen: Geht in 'ne Joseph-Beuys-Retrospektive. Es war dann doch nicht KIPPENBERGER angesagt sondern finsterstes WM-82-Feeling. Und zwar galore.

 

Alles fing schon am Samstag an: Der Sohn des Büdchenbesitzers an der Tür, nach einem Kurzwortwechsel über den Audioterror "Ein Stern der über Deutschland steht":

 

"Wer von Euch beiden ist denn Österreicher?"

 

"Ich sympathisiere mit denen. Montag aber nicht. Deswegen hängt die Fahne ja auch im Moment nicht draußen".

 

Köln ist ein Dorf. Und deshalb sind wir am Sonntag auch über das Dorffest Straßenfest geschlendert. Mutantenstadl on the rocks. Und 'ne Menge "Bodenständler" unterwegs.... Lange nicht mehr so viele tätowierte Tränen und drei Punkte in der Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger gesehen. ;-) Unter anderem trafen wir am Bierpils und dann - die Leute animierend und als Hauptact des Abends auf der Bierbank rockend: "Partymann Jörg Böhner". Stand so aufgestickt auf seinem Blouson. Blondierter Bart und weiße Cowboystiefel. Ich dachte bisher, so dürfen nur Wrestler rumlaufen. Bei der Ankündigung ein 3-Promille-Ansager, der auch noch Willi (sic!) hieß: "Hör' mich zu, do, Türken, Italiener, Deutsche, ey, sind alle Menschen, ey!" Und der Partymann singt den Knaller: "Sie liebt den DJ!" Wahnsinn. Köln. Im Rubbeldidubb liebt man diese Stadt. Eine Stadt, in der eine Bäckerei "FUNKENPUSTE" heißt. Und Friseurläden mondzyklusgerechtes Haareschneiden... anbieten, in sich stimmig heißt der Laden deshalb "Haarmoonie". Wie heißt denn dann der Inhaber? "Haarba Mondgerecht." Es ist halt die KIPPENBERGERHAFTIGKEIT der Welt. Einer verrückten Welt: Trainer, die in taillierten Hemden der Coachingzone verwiesen werden. Schweini und Kanzlerin Merkel tauschen auf der Tribüne Frisurentips aus, Schweinsteiger zu ihr (Spekulation):

 

"Frau Dr. Merkel, können Sie mir nicht einen Termin bei Udo Walz besorgen?"

 

"Ich werde schauen, was sich machen lässt!"

 

Dr. Theo Zwanziger, Kanzler der Einheit, Namensgeber für einen ICE knutscht Angela Merkel nach dem Ballackhammer ab. Und ich denke mir "Es kann doch nicht sein, dass ich das Spiel annehme und rumtanze! Bei einem 1:0 über Österreich..": Fröhliche Regression. Nochmal: Mund abwischen & Portugal schlagen. Wir müssen ins Halbfinale kommen. Ich will den Sammer nicht als Proto-Löw-Nachfolger, als Berti 2.0. Bring me ze Head of Cristiano Ronaldo. Selbst die Süddeutsche ist ganz auf meiner Linie:

 

 

"Die deutsche Nationalelf gewinnt gegen Österreich, überzeugt aber spielerisch erneut nicht. Grund zum Pessimismus? Nein. Endlich ist alles wieder wie früher. Denn, merke: Wer rumpelt, der siegt. [...] Deutschland hat sich in diesen ersten drei EM-Spielen zurücküberholt in die Zeit vor K, und das ist auf den zweiten Blick eine phantastische Nachricht. Deutschland spielt nicht mehr vertikal und nicht mehr schnell in die Spitze, zumindest deutlich seltener. Deutschland spielt wieder so, wie Deutschland immer gespielt hat."

 

Oder wie es ein befreundeter & lebenskluger Steuerberater formulierte:

 

 

 

- Es wäre eine faustdicke Überraschung, wenn wir weiterkämen.

 

- Es gibt kein Turnier ohne faustdicke Überraschungen.

 

- Wir kommen weiter. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung.

 

 

 

 

Hier geht es nicht um gedankliche Stringenz, hier geht es um FUSSBALL. Doch: Wie verkabelt man unauffällig ein tailliertes Hemd? Jetzt hängt Angie mit drin. Wenn sie während des Spiels telefoniert, ist das unverdächtig. Sie muss immer so tun, als ob der Steinmeier dran sei und in Wirklichkeit telefoniert sie mit Hansi Flick. "Der Poldi soll mal mehr draufgehen, und schick mir mal den Schweini hoch auf die Tribüne...". Deutschland rückt zusammen. Let´s get ready to rumpel. Ich fordere restaurativen Metafußball! Denn:

 

Geschichte wiederholt sich nach 26 Jahren, vorfreudige Grüsse, Euer Schomberg.