Start / AktuellesInfothekInternKontakteSuchen 
Start / Aktuelles
Schombergs Welt
Ausgaben 1-20
Ausgaben 21-40
Ausgaben 41-60
Ausgaben 61-80
Ausgaben 81-100
Ausgaben 101-120
Ausgaben 121-140
Mein WM-Tagebuch
Ausgaben 141-160
Ausgaben 161-180
Ausgabe 161
Ausgabe 162
Ausgabe 163
Ausgabe 164
Ausgabe 165
Ausgabe 166
Ausgabe 167
Ausgabe 168
Ausgabe 169
Ausgabe 170
Ausgabe 171
Ausgabe 172
Ausgabe 173
Ausgabe 174
Ausgabe 175
Ausgabe 176
Ausgabe 177
Ausgabe 178
Ausgabe 179
Ausgabe 180
Ausgaben 181-200
Ausgaben 201-220
Ausgaben 221-240
Ausgaben 241-260
Ausgaben 261-280
Ausgaben 281-300
Ausgaben 301-320
Ausgaben 321-340
Ausgaben 341-360
Ausgaben 361-380
Ausgaben 381-400
Ausgabe 401
Ausgabe 402
Ausgabe 403
Ausgabe 404
Ausgabe 405
Ausgabe 406
Ausgabe 407
Ausgabe 408
Ausgabe 409
Ausgabe 410
Ausgabe 411
Ausgabe 412
Semesterprogramm
Fotogalerie
Neuigkeiten
Infothek
Intern
Kontakte
Suchen

Werbung petto!



Dom-Nudeln, Galeria Kaufhof, Köln. Bild: Heiko Schomberg. Meines Erachtens eine sehr perfide Art & Weise, gegen Joachim Kardinal Meisner zu polemisieren. Aber vielleicht überinterpretiere ich die ganze Sache! Ich werde es nachprüfen...


 

Einer meiner treuesten Leser erwies mir die Ehre, eine neue Gastkolumne zu verfassen. Corpsbruder Rohrer arbeitet in der heutigen Ausgabe Widersprüche in der Fernsehwerbung heraus....

 

Sparkasse©:

Da fragt ein Passant eindeutig nach dem Weg zur nächsten Sparkassenfiliale und bekommt zunächst umständlich mit dem Hubschrauber alles andere gezeigt, bevor er die gewünschte Auskunft erhält. Nennt man das Beratung? Ich meine, sollte eine einfache Frage: „Könnten Sie mir bitte den Weg zur nächsten Sparkasse zeigen?“ nicht mit der einfachen Antwort: „Gehen Sie einfach die Straße den Hügel geradeaus runter. Kurz vor der Sackgasse biegen sie halbrechts runter zur Fußgängertreppe ein. Unten angekommen müssen sie vom Rotenberg nach links zum Barfüßertor. Folgen sie dem Straßenverlauf ca. 500 m weit. Auf Ihrer rechten Seite, unmittelbar vor dem Marktplatz, finden sie diese Filiale.“ begegnet werden?

 

Die Werbebotschaft, die ich daraus entnommen habe ist eher, dass der Sparkassenverband vor lauter Verzweigung und Vervielfältigung der Dienste selbst nicht mehr weiß, wo welcher Dienst an den Kunden erfolgt. Das heißt, wenn man einem Sparkassenmitarbeiter eine einfache Frage stellt, muss dieser zunächst sein Handbuch durchlesen... Dass ein Kunde, der seinen Lohnscheck einlösen möchte, genötigt werden soll, einen Bausparvertrag, eine Lebensversicherung, einen Kreditvertrag ... abzuschließen, bevor er über sein sauerverdientes Geld verfügen kann!?

 

Becks Gold®:

Führt Becks Gold® zum Verlust von Informationen aus dem Bereich der Allgemeinbildung oder nur zu Problemen in der Ost-West / Nord-Süd – Orientierung? Ich finde es ja schlimm genug, dass ein Twen nachfragen muss, in welcher Himmelsrichtung die Sonne aufgeht. Dass er eine richtige Antwort bekommt, sollte doch für ihn peinlich genug sein. Dass er die Info aber besserwisserisch mit „Norden“ kontert und alle – nachdem sie ein Schluck Bier getrunken haben - dem durch Lachen beipflichten, ruft doch nur große Fragezeichen auf. Ich habe schon häufig betrunkene Menschen gesehen, die der Orientierung nicht mehr fähig waren. Dass vier Teilnehmer simultan dessen nicht mehr fähig wären, auch. Auf einem Schiff ist das aber fatal! Becks® scheint den Schiffbruch mit diesem Produkt heraufbeschwören zu wollen...

 

Actimel®:

Aha, so ist das also: „Actimel® aktiviert Abwehrkräfte!“. Da fragen wir mal den Mediziner, wie es aussieht, wenn die Abwehrkräfte aktiviert sind. In der Regel werden diese nämlich nur bei der Abwehr von Krankheitserregern geweckt. Zu Gunsten von Actimel® würde ich gerne annehmen, dass dieses Produkt nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend ist. Im anderen Fall der Aktivierung von Abwehrkräften handelt es sich um eine allergische Reaktion. Super! Actimel® führt zu Abwehrreaktionen im Darm. Die Kloschüssel freut sich.

 

Und wie war das noch mal? „Activia® bringt Ihre Verdauung in Schwung“. Nach den vorherigen Ausführungen lasse ich zumindest hier meine Kommentare nicht raus. Außer vielleicht eines: fällt es nur mir auf, dass nur Frauen mit Flatulenz und Konstipation im Spot gezeigt werden, obgleich Männer doch bekanntermaßen die größten Darmwind-Hersteller sind? Auf der anderen Seite bedürfen Abführmittel der medizinischen Indikation. Die Hersteller geben zwar an, dass, „auch Menschen ohne Verdauungsbeschwerden den cremigen Joghurt genießen können, denn ACTIVIA® wirkt bei regelmäßiger Verdauung ausschließlich harmonisierend, nicht beschleunigend.“. Wo liegt dann der Nutzen an dem Produkt? Ein gesundes Verdauungssystem ist doch bereits im Gleichgewicht...

 

Airwaves®:

„Wenn Dir die Luft wegbleibt“. Moment, medizinisch gesehen, können Menschen bei asthmatischen Anfällen und weiteren schweren Lungenentzündungen nicht mehr atmen... Bedeutet das, dass Airwaves® ein potentes Asthmamittel ist? Wenn das nämlich der Fall wäre, müsste es sich doch auch hierbei um ein Medikament handeln und mithin apothekenpflichtig sein. Ist es aber offensichtlich nicht.

 

Ich erinnere mich an zwei Versuche, den Zusammenhang zwischen der Wirkung der Mentholöle und der Atmung zu vermitteln. Zuerst mit einem „Dschungelgänger“ (was auch immer er im Amazonas gesucht hat), der sich mit einem Kaugummi von der engen Verklammerung einer Boa befreit (die im übrigen nicht im Amazonas, sondern in der Punta zu finden sind), und einer ganzen U-Bahnladung Männer, die beim Anblick einer adretten Frau akute Asthmaanfälle erleiden. Entnehmen konnte ich aus der ersten Werbung nur, dass dieses Produkt ein ideales Schlangengift ist, aus der zweiten, dass es sich eben um ein Asthmamedikament handelt. Da scheinen die ihr Werbeziel ziemlich verfehlt zu haben. Unbekannt bleibt bei der ganzen unklaren Wirkung dieses Produktes eben das, was den Kunden interessiert: Wonach schmeckt der Kaugummi, wie schmeckt es? Wenn es nämlich um die Befreiung der Atemwege bei Erkältungserscheinungen geht, hole ich mir lieber etwas Rchtiges aus der Apotheke.

 

Antistax®:

„Mit beiden Beinen voll im Leben stehen“. Schön, dass es auch solche Wundermittel gibt, die, dadurch dass sie die Venenleiden lindern, es den Einbeinigen ermöglichen, mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Was genau für ein Leben gemeint ist, bleibt diese Werbebotschaft dem Werbekunden schuldig. Denn das beste Mittel gegen Venenleiden ist tabakfreie Bewegung. Verödete Venen sind wiederum in den meisten Fällen nur im ästhetischen Sinne unangenehm und hindern eine ordentliche Fortbewegung nicht. Dass man wiederum – entgegen der Werbebotschaft – nicht sein ganzes Leben lang nur stehen soll, belegen die Kompressionsstrümpfe der Wachsoldaten.

 

Volvic®:

„Spüre die vulkanische Natur“. Denen kann man es aber auch niemals recht machen. Zuerst soll es sich um ein Getränk handeln, dann soll man die Eigenarten dieses Wassers spüren. Also, darin baden. Wer auch immer auf diese weltfremde Idee gekommen ist, dass ein normaler Fernsehzuschauer es sich erlauben kann, in Volvic® Wasser zu baden, sollte doch häufiger Meinungsumfragen in Supermärkten abhalten. Oder wollen die uns vermitteln, dass der Genuss eines fast destillierten Wassers zu Lavaausbrüchen im Körper führt? So starkes Fieber möchte ich nicht haben...

 

Euch eine schöne Woche im neuen Haus, ich muss nach Warschau, bis bald im bekannten Lichtspielhaus, Euer Schomberg