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Schläppchenmädchen trifft Turnschuhboy beim Minigolf!



Die Minigolf-Aufschreibkarten (sagt man so in der MG-Szene?) wurden ausgerechnet in Ingolstadt gedruckt. Was für eine grotesk angelegte und unglaubwürdige Lüge: Jeder weiss, dass es Ingolstadt nicht gibt! (Vgl. "Bielefeld!")




Überarbeitetes TRANSKRIPT: Ich habe mittlerweile den Vorteil, dadurch dass Tanja und ich unsere Bude umräumten mussten (vgl. auch "Schimmelschaden"), am Monitor des Rechners vorbei, auch auf den Fernseher blicken zu können. Damit trainiere ich meine Multitaskingfähigkeiten auf's schärfste + intensivste. Ich kann am Rechner arbeiten und fernsehen, beispielsweise BBC world, 3sat, Arte oder Phoenix. Naja, manchmal darf es auch ein wenig anspruchsloser sein. Und dann klappt das Multitasking nicht immer!: Gerichtsfernsehen und das Verfassen von Prosatexten schliessen einander aus! Es kam zu der kaum glaublichen Vorstellung von Täter und Opfer (das eine Girl hatte dem anderen die Matte abgeflammt) und zur Vorstellung ihrer Berufe. Die Angeklagte war "Aushilfsfriseurin" und arbeitete nebenbei als "Go-Go-Girl" - das Opfer war.... ich musste weinen... "Nageldesignerin". Der Rechner stürzte spontan ab.




Dieses Bild dehnt die Wahrheit: Alle Lampen dieser Anlage sind in freibadblau gehalten!!!!


 

"Ich hätte statt 'saufen, siegen oder untergehn' lieber 'Vergleichende Literaturwissenschaften' studieren sollen..." (CAFH)

 

Was machen drei Katholiken an Fronleichnam, nachdem sie die Prozession am Markt begutachtet hatten und gefährliche Langeweile dreut? Sie versuchen Ihre Kindheit per Hochleistungssport wieder zu erwecken und gehen minigolfen! Herrliche Kindheitserinnerungen stiegen in uns auf, es war ein bisschen bedeckt, wir die einzigen auf dem Platz, zwar kam die Sonne dann doch wieder raus, dennoch kamen wir in den Genuss des Schlechtwettertarifes von einem EURO pro Runde. Zum ersten Mal seit 10, 15 Jahren stand ich also wieder mal auf einer Minigolfanlage und fühlte mich majestätisch indifferent. Hach, kein Vergleich mit der herrlichen Anlage im Bunten Garten in der Nähe des, nur noch ein Jahr steingewordenen und -gebliebenen Fussballdenkmals genannt "Bökelberg", kein Pächter, der liebevoll Rostbratwürste am offenen Holzkohlegrill zubereitet. Aber dafür gibt es immer noch diese freibadblauen-50iger-Jahre-Lampen. Sind die immer noch aus Bagelit? Manchmal geht es um das, was immer gilt! Denn diesmal waren wir - völlig ernstgemeint - keine Bolzplatzheroes, sondern Minigolftitanen! Wir betrieben das Spiel mit einer Verbissenheit, wie sonst nur die Marx-Brothers, wenn sie mehrere Tage lang Crockett spielten und damit nonchalant die Dreharbeiten verzögerten...

 

Aber es war nicht mehr so schön wie früher: Keine kinderlungengefährdenden Asbestbahnen, die man ruhigen Gewissens auch einmal betreten konnte um 'nen schwierigen Put zu schlagen, sondern alberner Kunstrasen (kurz!), die Blumenkübel auf den Hindernissen leer & ungepflegt, hach Du gute alte Jugendzeit, wohin bist Du entschwunden?! Es ist nicht mehr die alte Liebe, mit der die Minigolfanlagenbetreiber oder -pächter ihre Anlage pflegen. Tempus fugit... ich muss daran denken, dass es auch die altehrwürdig-hessische "Arndtklause" im Frankfurter Westend nicht mehr gibt, sie heisst jetzt "Brizzis 2". Wo sind die lustigen Windräder, die es früher beim Minigolf gab? Und überhaupt: Bekam man einst nicht vier Bälle pro Spieler? Die freundliche, Schlechtwettertarife gewährende Minigolfsupervisorin gab uns vier Bälle für drei Spieler mit. Mal beim Superminister Clement anrufen und nachfragen, ob ich die Agenda zwanzignulldrei verpasst habe ("Anpassung des Minigolfballvorrates an wirtschaftliche und konjunkturelle Gegebenheiten").

 

Den Dreikampf konnte ich letztendlich mit einer 59er-Runde für mich entscheiden, jedem professionellen Minigolfer (siehe unten) die Tränen in die Augen treibend, Knackpunkt (Casus Knacktus ist bei Todesstrafe ab jetzt verboten!) war die Schicksalsbahn, die Bagdadbahn, ähem, Bahn 13. Dort wurde über Wohl und Wehe entschieden. Erster emotionaler Ausbruch an Bahn 11, als es mir gelang, diese Hürde mit 2 Schlägen zu nehmen.

 

Zur Halbserie unseres Dreikampf der Titanen (m/w), stand es unentschieden zwischen NDB und KSCV: 26 zu 26 zu 31. Das Spiel war offen und von grossem Kampf und Herz bestimmt. Während Tanja sich suksessive an's Feld herankämpfte, konnte ich mir bayernmünchenesk mit einem Zwischenhoch an Loch 11 - 15 das Fett ansetzen, von dem ich minigolfmaessig bis Loch 18 zehrte.

 

Natürlich hatte keiner von uns 'ne Ahnung, ob man immer am / um / über das Hindernis / Pyramide / Kegel / Brücken und datt angere Gedöns vorbeispielen musste, deshalb legten wir das Regelwerk durchaus frei aus! Meinen ersten semicholerischerischen Anfall hatte ich an Loch 2, an dem der blöde Gummiball, der ein Flugverhalten hatte wie ein alter Flummi aus Zement, nicht in's Loch wollte und die beiden Mitspieler es für nicht angezeigt hielten, dass ich den Ball in's Loch pustete! Wenigstens stellte ich fest, dass es im Minigolf auch eine Seniorenliga Hessen gibt. Vielleicht schau' ich mir bei denen ein paar Kniffe & Tricks ab ;-))

 

Irritierend auch eine andere Beobachtung: Spaziergänger und Fahrradfahrer blieben ab und zu am Zaun stehen und betrachteten das Treiben auf dem Platz mit hohem interesse! Ich habe mir ja auch exzentrische Leidenschaften zugelegt (vgl. "Täglich Hessenschau gucken!"), aber Leute beim minigolfen zu beobachten und dies auch noch als unterhaltsam zu empfinden - how revolting!

 

Nicht zu unterschätzen sind übrigens die günstigen Preise und Premiumprodukte am Campingkiosk, 0,5 l Andechser nur 2 EURO und auch die brilliante und völlig ballaststoffreie Riesencurrywurst (Achtung: hoher Suchtfaktor!) für 2,50,--. Mit diesem einen, unvergleichlichen Ketchup. Überhaupt alles, was sich schnell in die Fritteuse werfen liess: Gerüche der Kindheit stiegen in einem auf. Schön. Und - wie gesagt - der Ketchup, wie man ihn nur aus dem Freibad kennt. Es fehlte nur noch die Wolldecke und uns attackierende Insekten. Auch der Umstand, dass eine mir nicht genau bekannte Verbindung dieses Campingausflugslokal zur Abhaltung Ihres Stiftungsfestbegrüssungsabends nutzte, verstärkte mein Amüsemeng gen unendlich! Per eMail berichtete ich dem Auge des Cölber Orkans von unserem exzentrischen Tun, nicht wissend, was ich damit auslöste:

 

"Minigolf...don´t get me started on this one...neben Schach das Spiel, das am meisten an meinen Nerven zerrt... (Fußball ist 'nen Scheißdreck dagegen...). Habe in meiner Jugend mit quasireligiöser Hingabe Minigolf gespielt, kenne zahllose Plätze in ganz Oberbayern und Tirol; auf denen hab' ich Jahre meines Lebens eingebüßt. Plätze, auf denen ich immer gewonnen habe: Kassel, Wilhelmshöher Allee gleich unterhalb des Herkules; und Bad-Soden-Allendorf. Härtester Platz aller Zeiten: Dortmund, der Platz neben dem Casino Hohensyburg. Hat eine Bahn, auf dem mußt du 'nen Abschlag machen wie beim richtigen Golf, weil das Loch 25 Meter entfernt auf der Wiese ist...not good times, bad times... Hab' mal 'nen paar Bahnen mit Profi-Minigolfern gespielt, die tatsächlich 'nen Satz verschiedener Schläger, und vor allem: verschiedener BÄLLE dabei hatten, verschiedene Gummimischungen und so ´n scheiß...cool as fuck... [Wobei Minigolf neben Schach natürlich der uncoolste "Sport" der Welt ist:-)]. Seit bestimmt 15 Jahren nit mehr gespielt... Auf welcher Bahn hast du denn gewütet???

 

Die Antwort lautet: Auf dem Minigolfplatz an der Lahnaue! Schlimm war nur der nahe Campingplatz, auf dem der Camper als solcher fernsah. Ich schwöre: Wenn ich noch einmal auf Sat 1 "I dream, I wasn't dreamin'" höre, lauf ich sofort Amok! An der Nebenbahn - wieder einmal waren wir übrigens die Avantgarde - als wir auf den Platz kamen, waren wir fast alleine, danach quillte der Platz über - "bahnte" (Mörderwortspiel!) sich eine Liaison zwischen einem zehnjährigen (?) Girl mit Flip-Flops (spelling?) und einem Goldkettchen tragenden Turnschuhmann an! An dieser Stelle möchte ich mal meinen Dank an Egmont, Prince de Mayence loswerden, der mich bei jedem Zusammentreffen mit Formulierungen und Konzepten für anderthalb Kolumnen versorgt: Dank, Dank, immer nur Dank! Zurück zum Thema: Romantik pur an Bahn 4, der Film hiesse "Schläppchenmädchen trifft Turnschuhboy". Ich war so auf mein Spiel konzentriert, dass ich diese Knospe der Liebe nicht weiterverfolgen konnte... Kurz kam mir noch der Gedankenblitz, in Marburg eine Zusammenrottung von Minigolfultras zu etablieren, die Lahnszene, Fraktur auf Banner mit zwei gekreuzten Minigolfschlägern. Dass passende Lied dazu wurde ja schon an berufenerer Stelle geschrieben... Kurz vor Loch 15 ein Gedanke an den feierlichen Tag: Am 11. August 1264 erhob Papst Urban IV. (1261 - 1264), zuvor Erzdiakon in Lüttich, Fronleichnam als "Fest des Leibes Christi" (lat. festum corporis Christi, festum corpus domini) - im Deutschen mit dem Wort "vronlichnam" = Herrenleib wiedergegeben - mit der Enzyklika "Transiturus de hoc mundo" zum allgemeinen kirchlichen Fest. Kurz gehe ich in mich und halte Andacht. An Loch 17 schliesslich eine Virtualimagination: Wir treffen Ian "Lemmy" Kilmister, Kellner aus Brighton, *1904; er hatte auf dem Doro-Pesch-Gedenkkommers (50-jähriges Bühnenjubiläum!) einen Landesvater mit Peter Maffay gestochen und hernach eine Freundschaftswarze getauscht! Ich war so irritiert, dass es nur für eine 6er-Runde reichte. Als Kind war das alles anders, der Himmel blauer, das Gras grüner, die Mitminigolfer trugen weniger Tätowierungen und Ohringe....

 

 

Ich wünsche Euch eine schöne und erfolgreiche Woche, viel Spass in München, ich esse Rindsrouladen am Niederrhein! Bereitet Euch schon mal mental auf den Marktfrühschoppen vor, Euer Schomberg (Minigolf-Prolette)

 

 

P.S.: Angst machen mir Corpsbrüder, die innerhalb Dublins umziehen und dann in einen Stadtteil migrieren, der "Stillorgan" heisst. Mensch, Akademiker hin oder her - man kann die Viertel doch auch mal beim Namen nennen!

 

P.P.S.: Lieber Bumpf, an dieser Stelle Glückwunsch zur Promotion! Für die Habil wünsche ich mir aber einen deutlich komplizierteren + akademischeren Titel als "Untersuchung zum Stellenwert der primär infraorbito-suprameatalen Schichtführung in der Computertomographie hinsichtlich der Beurteilung anatomischer Normvarianten der Nasennebenhöhlen unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der mikroendoskopischen, endonasalen Nasennebenhöhlenchirurgie", allright!