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Rocken mit RoKoKo bei 251 km/h



Selbstbildnis mit Haaren, Faserschreiber auf Post-it-Zettel, 1995. "Als Student finde ich es wichtig, Schmisse zu haben, am besten hat man die Schmisse vom linken zum rechten Ohr über die Mundwinkel, daß man immer so aussieht, als würde man grinsen. Und naja, man sollte nicht zu viel von dem Futter essen." (Helge Schneider)




Manufactum! Oder "Der Stumpf-Borghi-Katalog", wie er auch genannt wird. Es ist immer wieder belustigend, was für Produkte dort feilgeboten werden. Diesmal keine - beispielweise - Nudelmaschine für 9000 EURO, nein, es geht um ein wirklich wichtiges Produkt: Einen Lederfussball, rotgegerbt. Klicke das Bild und lese den Text eines erklärungsbedürftigen Produktes! Oder wie es David Blieswood 1998 in der Welt am Sonntag schrieb: "Ein genialer Katalog der guten alten Dinge: ,Manufactum‘ (…) Es ist eine fast literarische Warenkunde von Küche, Möbel, Kleidung, Werkzeug bis Spielzeug. Der Katalog ist ein Geschenk an den guten Geschmack (…)"


"(...) Goethes zeitlose Frage 'Deutschland, aber wo liegt es?' hat nun eine Antwort gefunden: 'Zwischen Russland und  Frankreich, von Chirac verarscht und von Putin kühl ausgenutzt.'" (Ralph Peters, FAZ, Nr. 112, vom Donnerstag, 15. Mai 2003, Seite 31)

 

Schnell noch die letzten knusprig geriffelten Kartoffelchips mit Paprikawürzung aufgemümmelt, Mund abgewischt... ich begruesse Euch zur Kolumne 47. Boar - Kerle, Kerle, Kerle [Anm. 1], was die Zeit vergeht - sind es wirklich schon 47 Ausgaben?! Eigentlich könnte man tieftraurig & trübsinnig werden, wie schnell die Zeit vergeht, meine Haare werden immer weniger, selbst meinem sehr loyalen Friseur, dessen einziges Manko meiner Meinung nach ist, dass er die flasche falsche Borussia aus der Nähe von Lüdenscheid unterstützt ('tschuldigung Sippel! Der Typo beim Ersttippen trifft's aber auch irgendwie ;-)) dank Energie), kann ich das Eierplätzchen am Hinterkopf nicht mehr als Wirbel verkaufen. Im Gegensatz zu anderen hatte er bis zuletzt mit mir an der Wirbeltheorie festgehalten. Mit dem grosszuegigen Trinkgeld für's angenehme Belügen ist es jetzt auch vorbei, Freundchen! Die Zeiten ändern sich. Von dem exorbitanten Muskelkater nach dem "Clash of the Titans" - nach heroischem Abwehrkampf leider 4:3 verloren - überhaupt nicht sprechend.... wie schrieb der Inbegriff der Richterlichkeit schon so richtig im internen Forum: "Früher, ja früher ... ... wäre da noch ´was drin gewesen. Mensch, Schomberg, Du gehst doch jetzt auch schon so langsam auf die 40 zu und weißt, daß manche Fähigkeiten im Laufe der Zeit nachlassen. Da müssen die Jungen ran..." Unerhört, ich bin 29d! Und dabei habe ich mich Mittwoch sehr sorgfältig auf das Spiel vorbereitet: Ich habe den ganzen Tag nicht geraucht und mir sogar auflösbare Magnesiumtabletten gegen etwaige Krämpfe besorgt. Manchmal passieren wirklich schlimme Dinge, z. B. der Umstand, unabänderbaren Realitäten in's Auge zu blicken. Ohne zu blinzeln, ohne Muck. Kerle, Kerle, Kerle! [Anm. 2] Mich gelüstet es nach einem Eimer Zungenwurst. Oder einem Kilo Jägermett (ohne Brot). Ding, Dong - die Hex' ist tot!

Am Montag letzter Woche hatte ich die Gelegenheit, unseren Ministerpräsidenten - den alle mögen ausser Anonymus - beim Festakt "25 Jahre Konrad-Adenauer-Stiftung Hessen" in Wiesbaden mal wieder live zu sehen. Er war - proschombergo gesprochen - gut und eloquent wie immer! Aber auch der Alptraum jedes Pressesprechers: 35 Minuten Festrede ohne Redemanuskript, das man der schreibenden Zunft zuspielen könnte. Kurz thematisierte er seinen USA-Trip, was Harald Schmidt am 22. Mai 2003 ja zu der subtilen Frage veranlasste: "Unser Superminister Wolfgang Clement war beim amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney und ich habe mich gefragt: 'Was ist das für ein Gefühl, die Hand zu schütteln, die noch vor wenigen Tagen Roland Koch berührt hat'?. Jawoll, RoKoKo in Wiesbaden! Nachdem ich also Freitags erst die Kolumne hochgeladen und mich dann auf den Hamburg-Tagestrip via Mehdorns ausgedünnten Mannen machte, hatte ich am Montag mehr Abwechslung, als ich bei der Marburg-Usingen-Tour die Liberalität der Schiene kennenlernte und mich erst in die Obhut der "Butzbacher Licher Eisenbahn" und dann der "Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn" begab. Iron Rock 'n' Roll! In Hamburg auf der Rückfahrt kurz einen Paradigmenwechsel am eigenen Leib erfahren. Früher kam man sich immer wie ein Proll vor, wenn man nach einem Auswärtstermin 'ne Dose Bier auf der Rückwart knackte. Ob des Zwangspfandes, kommt man sich mittlerweile vor wie ein Vertreter der Jeunesse Dorée, wenn man ohne mit den Wimpern zu zucken, den Pfandbon des Kiosk zurückweisst: "Wollen Sie eine Pfandmarke??" "Ich bitte Sie, mein Herr!" (Kiosk an der Kellinghusenstrasse). Die Usingentour bedeutete jedoch nicht nur, hessische Bimmelbahnen in der freien Natur zu erleben: Es bedeutete auch, wirklich an der tiefsten Stufe der Erwerbsarbeit anzukommen: Dort wird mir die Mitarbeit als Freier Handelsvertreter eines Strukturvertriebs angeboten - ich soll für eine Versicherung Produkte der Altersvorsorge verticken.... dazu in Bälde ein paar ausführlichere Worte... tja, so ist er, der Widerspruch zwischen Geltungsstreben und der realen Bedeutungslosigkeit der eigenen Existenz. Und doch haben diese beiden Bahnfahrten, ganz gemäss dieser Kolumnentradition, einige Fragen ausgelöst: Warum tragen Zugbegleiterinnen Muschelfusskettchen unter ihrer fleischfarbenen Strumpfhose?! Erzeugt das nicht mordsmässige Laufmaschen? Was bewegt heute immer noch Menschen, Camel mit Filtern zu rauchen? Ist das Faltblatt "Ihr Reisplan" der Mehdornsche Katechismus? Warum werden meine didaktischen Ansätze, einem elfjährigen Kickboardfahrer, der mich um eine Filterzigarette bittet und den ich mit den Worten "Tut mir leid, aber Du bist zu jung für's rauchen!" freundlich aber bestimmt abkanzele, von einer Mitreisenden konterkariert, die ihm wortlos 'ne Fluppe gibt?! Darum sollte sich Roland Koch Kompetenzträger kümmern! Ich schreibe gleich mal eine eMail an die Staatskanzlei! Kerle, Kerle, Kerle! [Anm. 3]

Eine Reaktion auf Kolumne 45 aus dem "Zentrum alternativer Geisteswelt", die ich Euch meiner Meinung nach nicht vorenthalten darf:

 

"nathalie -endstation glücksrad". mein alter berufswunsch: redakteur für fernsehspielbetitelung bei sat1 (gibt´s wirklich...), a la "ein mutterherz läuft amok". hier im "zentrum alternativer geisteswelt" arbeiten die bekennenden nichtleser weiter an der apokalypse, ab morgens 7.30 rasenmähen, hämmern, rumbrüllen und -randalieren: errichtung einer grillhütte im garten, auf daß noch mehr gesoffen werde im reiche jasons und der alkonauten... time to die... Und ich mache mir Sorgen, weil ich mir mittlerweile ein paar exzentrische Spleens und Schrullen zugelegt habe, wie regelmaessig die "Hessenschau" anzugucken....

 

Wie so oft im Leben gilt: Man kann es nicht allen Recht machen. Während die einen meine auf drei Ausgaben angelegte Fiese-Worte-Triologie mögen, fordert sie bei anderen folgende eMails heraus:

 

"Grüß dich Schomberg, manchmal habe ich echt das Gefühl, dass Dir das Verfassen der Schomberg-Kolumne keinen Spaß mehr macht. Da erleichtere ich Dir dann doch ein bisschen die Arbeit und übersende Dir im Anhang, die letzte Folge meiner inneren Zweifel an Gesellschaft und Menschenverständnis. Bei solchen Sachen gilt, wie immer, Veröffentlichung nur unter Pseudonym." Das muss ich mit Nachdruck, aber mit Nachdruck & Anlauf zurückweisen! Das wäre ja, als ob man Gerhardo [Anm. 4] "Zivilcourage" Schröder Amtsmüdigkeit vorwerfen würde: Unerhört!

 

Grosse Kunst auch, was mir als eMail-Dialog mit der Subjektzeile "FC, Jeff Jas!" aus dem männlichen Hause Loetz ins Postfach flatterte, nachdem mich Tanja kurz vorher ob meines aktuellen FAZ-Leserbriefes mit den Worten "Aha, wieder einer für die Effahzett-Weihnachtsfeier!" tackelte:

Heute habe ich meine ueber den WWW-Shop des 1. FC Koeln bestellte "FC, Jeff Jas!"-Maxi-CD erhalten und musste doch einigermassen erstaunt feststellen, dass diese CD einen Kopierschutz enthaelt (und wohl deshalb auch kein CDDA-Logo mehr traegt).

Die Antwort war gleichermassen treffend wie ballyhooesk:

*LOL* Irgendwie klingt der Titel ja schon wie eine verspätete rheinische Hommage an vergangene Massenvernichtungen, aber der Kopierschutz setzt dem doch wirklich die Krone auf: Saisonsware für eine kleine Gruppe von lokalpatriotischen Fußballmasochisten, die ihre Gleichgültigkeit gegenüber jedem Ausbeutungsmissbrauch durch den fortgesetzten Erwerb von Eintrittskarten für Spiele des Effzeh belegt hat, wird von raffgierigen Alt-68er unter Rückgriff auf Mittel und Methoden des militärisch-industriellen Komplexes künstlich verknappt und zur Ausbeutung genutzt. Wartet mal ab, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Onkel Niedecken Euch Tantiemen auf Stadionsgesänge berechnet: 1 x "Funkel raus!" 0,30 Euro -- wird eine teuere Saison :o)

Diesem Dialog ist meinerseits nicht mehr, wirklich nichts mehr, hinzuzufügen! Ausser das unser Corpskonzept "Germania Lausanne für Geisteskranke" wächst, blüht und gedeiht! Vier Zweibänderleute in knapp vier Monaten ist eine bei u. lb. Suevia bisher unerreichte Quote... das späte 19. Jahrhundert vielleicht ausklammernd.... deshalb mein exzentrischer Vorschlag: Wir sollten uns doch wieder für Füchse interessieren!

 

Eine schöne Woche, Alsfeld war gut, Euer Trafkas The Rhenanian Artist Formally Known As Schomberg (Der Europafrühschoppen).

 

P.S.: Liebe Werber: Ja, ich weiss wie Frankreichs Senf-Hauptstadt heisst!

 

 

Anmerkungen

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[Anm. 1]: "Kerle, Kerle" ist oberhessisch und heisst so viel "Mensch!", "Menno", "Mannomann", "Meiomeiomei!" oder wie man am Niederrhein sagt "O wiehe, o wiehe, aver o wiehe!"

[Anm. 2]: Vgl. Anm. 1

[Anm. 3]: Vgl. Anm. 1

[Anm. 4]: Argentinische Verhältnisse gebären argentinische Vornamen, Herr Bundeskanzler!