Start / AktuellesInfothekInternKontakteSuchen 
Start / Aktuelles
Schombergs Welt
Ausgaben 1-20
Ausgaben 21-40
Ausgaben 41-60
Ausgaben 61-80
Ausgaben 81-100
Ausgaben 101-120
Ausgaben 121-140
Mein WM-Tagebuch
Ausgaben 141-160
Ausgabe 141
Ausgabe 142
Ausgabe 143
Ausgabe 144
Ausgabe 145
Ausgabe 146
Ausgabe 147
Ausgabe 148
Ausgabe 149
Ausgabe 150
Ausgabe 151
Ausgabe 152
Ausgabe 153
Ausgabe 154
Ausgabe 155
Ausgabe 156
Ausgabe 157
Ausgabe 158
Ausgabe 159
Ausgabe 160
Ausgaben 161-180
Ausgaben 181-200
Ausgaben 201-220
Ausgaben 221-240
Ausgaben 241-260
Ausgaben 261-280
Ausgaben 281-300
Ausgaben 301-320
Ausgaben 321-340
Ausgaben 341-360
Ausgaben 361-380
Ausgaben 381-400
Ausgabe 401
Ausgabe 402
Ausgabe 403
Ausgabe 404
Ausgabe 405
Semesterprogramm
Fotogalerie
Neuigkeiten
Infothek
Intern
Kontakte
Suchen

Kolumnen- oder Buchtitel wie bsplw. "Aufforderung zum Tanz unter dem Fettabscheider!" oder "Dialoge an de' Dönerbud' (I)"



Tour d' horizon, hier ein Photo von "Heike's Schilder- und Pokalstudio", in dem ich nahezu meine komplette Aktiven- und Inaktivenzeit verbrachte. Oder anders, wie immer hochpointiert ausgedrückt: "Ihr Corpsstudenten graviert ganz gerne, oder?" (Frau Z.) Und ein veritabler Anfall von Schwerstmelancholie am 19.08.2006 findet sich [hier]. Vielleicht werde ich mit diesen Photos mal eine komplette Kolumne bestreiten, der Chamäleonzüchternachbar war lange nicht mehr da.


 

Ich denke ja häufiger über mögliche Kolumentitel nach. Und nähere mich damit der Nervensäggrenze. Jedoch stehe stehe ich damit nicht alleine dar, wie ich der 1987er Veröffentlichung von Joachim "Lotte" Lottmann entnahm, der es in "Mai, Juni, Juli" auf sage und schreibe 33 mögliche Buchtitel bringt. (Diese Information ist übrigens zum Zeitpunkt des Hochladens der Kolumne keineswegs gesichert!) Hach, dieses analoge Kopfverlinken, erst den Kippenberger-Ausstellungskatalog besorgt, nachdem ich im Bilateral-eMailing mit dem ZAG herausfand, dass ich diese - profan ausgedrückt - Mischung aus Juppo Beuys und Schlingensief echt und tief geliebt hätte. Kippi, wie wir so sagen, war vor der von ihm verhangenen Fatwa eng mit Lotte Lottmann verquickt - leider spielt hierbei Zeltinger keine Rolle - und lungert mit ihm in den Mttachtzigern in Kölle rum. Will sagen: es gab also mal ein interessantes kölsches Kulturleben und -trinken in den Achtzigern, jenseits von BAP und der Südstadt. Und diesem nähere ich mich derzeit, wie so oft kaum zwanzig Jahre zu spät...

 

Und ich habe ja manchmal auch krause Ideen, aber unlängst, bei einem SW-Review stellte ich fest, dass ich folgen Titel tatsächlich schon einmal verwendete: "Als ich einmal völlig ohne Sinn mehr als 30 Minuten in Siegen wartete, als ich von einer Tagung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes zurückkam". Wie so oft gilt: Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben! Und nicht bei allen kulturellen Ereignissen in Köln komme ich 20 Jahre zu spät:

 

Mein Kölner Corpsbruder Mibs hat mich unlängst, ob meines Silingenreceptionsphotos; (für dessen Anfertigung ich nur sechseinhalb Monate benötigte und dann wohl doch den falschen Photoladen wählte), altschulig ausgedrückt, gefoppt & verhohnepiepelt, er schrieb, leider zutreffenderweise: "In welchem Panoptikum hast Du DIE denn machen lassen? Hat der Typ, der früher das letzte-Seite-Faltblatt für's MAD-Heft gemacht hat, jetzt 'nen Fotoladen? Bitte sag' mir, daß die mutwillig nachbearbeitet sind......" Sind sie nicht. Die Wahrheit ist manchmal recht ungnädig und holt einen immer wieder ein. Ich weiss wovon ich spreche, denn ich besaß von 1980 bis 1993 ein MAD-Abo.

 

Gespräche im ÖPNV, oder: Wer versagt jetzt eigentlich bei der Wissenvermittlung an Kinder und Jugendliche: Die Eltern, die Schule, die Kirche, die Politik oder die Spochtsvereine? Toller Dialog, den ich nahezu direkt - via Titanic - mitbekommen habe: Die Bildungsferne bildungsferner Schichten wie der heutigen Jugend ist mir bekannt. Aber manchmal bin ich dann doch überrascht, wenn ich Gespräche wie das folgende mithören muß. Zwei etwa Sechzehnjährige unterhalten sich in der U-Bahn über ein neues Computerspiel. Der erste stolz: »Die Franzosen hab ich vernichtet, die Dänen hab ich vernichtet, die Ungarn hab ich vernichtet.« Der zweite erstaunt: »Ey, was sind denn das alles für Leute?« Der erste: »Ja das sind halt so Völker!« Wichtig ist auf jeden Fall, das man überhaupt miteinander spricht und auch den Dialog mit Andersdenkenden pflegt!

 

Aber selbt das Biotop Südstadt (Köln!) ist gottseidank nicht mehr so gutmenschisch-bapesk wie früher, denn wir leben in einer mobilen und hochfragmentierten Gesellschaft, deren soziale Struktur sich total von der vor zwanzig Jahren unterscheidet. Naja, bedeutet natürlich auch, dass man in Kalk Menschen, die von der Haar- wie Barttracht CAFH ähneln, per se bedrohlich findet. Aber auch könn(t)en sich in 80 Prozent der Läden zu Kalk so grossartige Miniaturen entspannen, genannt würde es dann "Dialoge an de' Dönerbud' (I)": "Einen klitzekleinen Döner mit grossem Jäger, bitte!" "Mit scharf?" "Nein, kein Hammel, nur ein bisschen Chili und 'nen grossen Jäger!"

 

Auf Seite 102 von "Mai, Juni, Juli" (1987/2003) tritt dann - im Roman im Roman - zum ersten Mal Kippenberger auf. Doch Lotte Lottmann bleibt sehr zurückhaltend. Leider hatte er hier eine Schere im Kopf, etwas was Westernheld Wagner nicht kennt, denn in der "tempo" (sagt das noch Jemandem was?) führt er den Abend, weiter aus, es handelt sich um eine Sauftour durch Köln, Kippenberger begrapscht 1000 Frauen, läßt sich vollaufen, grüßt mit "Deutschen Gruß", eröffnet mit Günter Förg in 'ner Bar spontan ein "Beleidigungsbüro" und beleidigt alles&jeden und besonders seine schwulen Galeristen, kokst sich die Rübe weg und so weiter und so fort ad infinitum. Leider gab es dann irgendwann 'nen tiefen Zwist zwischen Lotti und Kippe, und sie waren keine Kumpels mehr. Oder wie Lottmann das ausdrückt: "Martin Kippenberger sprach irgendwann eine Fatwa gegen mich aus. Dann starb der Kippenberger und konnte die Fatwa nicht mehr zurücknehmen, die bleibt nun lebenslang bestehen." Kann Köln verzeihen? Ich hoffe es sehr, werde demnächst u.a. mit CAFH Kippe in Düsseldorf heimsuchen. Danach Schwimmunterricht bei Wondratschek.

 

Und wo sich mittlerweile alle bekennen, da kann ich mich entspannt zurücklehnen, denn ich habe mein dunkles Geheimnis schon in Ausgabe 52 offenbart, ich konnte es einfach nicht 62 Jahre mit mir rumtragen, dass ich Büttel der Verkehrswacht war. Aber ich bin ja auch nicht Literaturpapst ;-)) Und kann mir damit manchmal 20 Sekunden der ungeteilten Aufmerksamkeit sichern.

 

Weitere tolle Buchtitel wären "Auf der Suche nach der Verlorenen Jugend" (Lottmann, S. 62), "Das wilde Leben des Maurice Motzpuppe" (Shoko Heyjmberg), "Du bist es ja gewohnt, Dir von Loosern die Frau ausspannen zu lassen" (Ole Roth) oder "Das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur." (André Heller). Verkaufsträchtig noch die Sachbuchtitel "Achtung, Spassvogel!" (Heiko Schomberg) und "Die Rückkehr der SSex-Zwiebel" (Franz Josef Wagner). Bevor ich zum Ende der Kolumne komme, noch flux Neuigkeiten von der Cola-zero-Front: "Männer wollen Light-Produkte ohne Light-Geschmack", so Coca-Cola-Manager Steffen Türk. "Deshalb ist die neue Cola Zero dem Cola-Klassiker geschmacklich ähnlicher als die Cola Light andere Aromastoffe machen's möglich." Ansonsten sind Light und Zero absolut gleich: Null Zucker, dafür Süßstoff, und 0,25 Kalorien pro 100 ml Brause. Zero musste her, "weil Cola Light zu 70 % von Frauen getrunken wird", so Steffen Türk. 'Light' ist was für Mädchen. Und 'Zero' ist für Kalorien zählende Kerls, die sich trotzdem wie kernige Kerls fühlen wollen"... Die Originalquelle finde ich leider nicht mehr, sonst würde ich dieses Dokument der Erschütterung hier verlinken. Hoffentlich bleibt in der Bundesrepublik die bürgerliche Freiheit der freien Getränkewahl erhalten, sonst...

 

"Fratzengeballer!", meint Eure High Maintenance Person Schomberg (Ahle-Worschdt-Export/Import Oberhessen-Kalk)

 

P.S.: "Wenn man bei 'Heiko' vier Buchstaben austauscht, kommt 'Peter' heraus. Irgendwie bleibt die Geschichte ziemlich gruselig.