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Alles muss raus! Die Kehrausgabe nach der Sommerpause.



Chillen in Kalk (2011). Wichtig ist, sich immer ein schönes & lauschiges Plätzchen im Veedel zu suchen! Das ist Urlaub in der Stadt. Vielen Dank an den Besitzer der KALKARENA für dieses wundervolle Bild der Zeitgeschichte! Keine Dreharbeit störte damals das Kontemplieren.


"Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält." (Max Frisch)

 

Die diesjährige Sommerpause bei "Schombergs Welt" war lang, ich weiß. Aber so viel ist passiert - und so wenig Zeit blieb fürs Schreiben übrig! Es begann mit den Sommerferien, die ich nutzte, um ein wichtiges, berufliches Projekt zu finalisieren. Ferner hoffte ich, die Pendelzeit im Sommer zum Verfassen neuer Kolumnen zu nutzen, aber: Pfeifendeckel! Die fehlenden Schüler im Regionalexpress wurden durch selten Bahn fahrende Pauschaltouristen mit Riesenkoffern, die alle, alle, alle nach Düsseldorf zum Flughafen wollten, mehr als ersetzt! Wichtig war stets dabei: Das Gepäck muss im Eingangsbereich deponiert werden, damit man nicht so einfach in den Zug gelangt. Oder hinaus.

 

Gottseidank gelang es mir aber irgendwann einmal, den ölsardinenesken Nahverkehrszug, mit dem ich regelmäßig ins liebliche Leverkusen (ein Ort, der auch Wortspielhölle kann) fahre, zu verlassen. Das war auch wichtig, denn es ging in die Spätsommerfrische nach Bern und Warschau (typische Sommerreiseziele halt!). In Bern war ich tief beindruckt, wie schön eine Stadt sein kann, die keinen Bombenkrieg mitmachte, und Warschau war halt wie immer: Warschau. Bernd Begemann spielte mal wieder in Köln, und dann war da noch folgender Dialog am Gleis, den es irgendwie zu "verkraften" galt:

 

Ich stehe im malerischen Leverkusen-Mitte in Fahrautomatennähe und warte auf meine S-Bahn an Gleis 1. Unvermittelt fährt mich eine ältere Dame, Endfünfzigerin/Mittsechszigerin an:

 

"Geht der Abstempelautomat etwa nicht?!"

 

Ich betrachte den Automaten, er ist defekt, freundlich antworte ich: "Ich befürchte nein. Das rote Licht leuchtet."

 

"Ja, und jetzt??" (In etwa der Tonalität: "Du hast das Lindbergh-Baby entführt!")

 

"Ich kann Ihnen da leider nicht weiterhelfen. Dann müssen Sie zum Entwerter am Gleisanfang gehen - oder auf einen verständigen Kontrolleur hoffen."

 

"Na danke, Sie Arschloch!!"

 

"???"

 

Freundlichkeit siegt immer! Die Dame hätte mich ja auch duzen (!) können... und, nein, ich hatte kein Schwaben-Kopfcouleur oder so was an, auch kein kurzärmeliges Hemd, so dass man mich für einen Angestellten der Deutschen Bahn, von wupsi oder DB Regio hätte halten können...

 

Und was war sonst noch los im Sommer der Hiebe? Ich war in Münster, einer Stadt, in der sich das Alt als Kölsch tarnt, fragte mich, "War Franz Kafka vielleicht doch Chinese?!" und empfand bei Rühreibrötchen-Werbung mit Augen durchaus eine gewisse Beunruhigung! Aber in chronologischer Reihenfolge, damit ich nachweisen kann, dass ich in der Sommerpause von "Schombergs Welt" nicht untätig war:

 

Ich lungerte auf dem fantastischen Barcamp Köln herum, lauschte dem grandiosen Bernd Begemann im Gloria, ach, das hatte ich ja schon erwähnt, aber das kann man ja nicht oft genug sagen... Dachte darüber nach, ob ich wirklich weiterhin im REWE einkaufe, jagte Elefantenturnschuhe - und dann begann der Konzepturlaub Köln mit einer Bunkerbesichtigung in Kalk. Die wahren Abenteuer geschahen jedoch direkt vor der Haustüre. Zum Beispiel bei einer "teilhabenden Beobachtung", d. h. einem Besuch des Höhenbergbades. Das war der pure Thrill!! Für 5,50 Euro kannst du die Welt einige Stunden ausblenden. Und keine urbane Knalltüte vom Brüsseler Platz enerviert dich!

 

Dann gab es noch so egoistische Forderungen wie "Wohlstand für Aale". Was istdenn bitteschön mit dem Wohlstand für Seepferdchen, Kraken und auch 30 Silberfische?!! Ich fand einen 14 Jahre alten (!) Beitrag wieder und veröffentlichte ihn unlektoriert; darüber hinaus durfte ich - dank meiner Frau - der letzten Folge von "Zimmer frei" beiwohnen. Das war in der Tat bewegend & tränenziehend. Schlussendlich habe ich mein erstes Jahr in der Life-Science-Branche vollgemacht. Und dann muss ich mich auch noch auf eine Kommersrede vorbereiten und der Beitrag zum Recruiterslam in Stuttgart schreibt sich auch nicht von selbst: mimimi!

 

Aber das bekomme ich alles hin! Ich bin Gefahrensucher. In meinen ersten acht Wochen in Marburg - 1993 - ernährte ich mich sonntags von der "Heißen Hexe", die ich in der nahegelegenen ARAL-Tankstelle kaufte. "Heiße Hexe. Diese entsetzlichen Mikrowellenburger, gegen die selbst ein Carazza so eine Art Filet Mignon ist." Doch wie wir alle wissen:

 

Auch Carazza ist Molekularküche! Euch eine schöne Woche, Euer Schomberg.